Vegetarischer März – Ein Resümee

Der März ist zwar nicht vorbei, aber seit genau 28 Tagen habe ich im Rahmen des Experiments nun kein Fleisch oder Fisch gegessen. Zeit für ein Fazit!

Den Vollkorn-Februar hatte ich ja mit Bravour gemeistert und auch im März kam bevorzugt Vollkorn auf den Teller, allerdings mit mehr Ausnahmen als im Februar. Und es gab kein Fleisch. Ich hatte ja vorher schon erzählt, dass ich eh kein begeisterter Fleischesser bin – es beschränkt sich da bei mir auf wenige Gerichte, die ich gern mag. Da mir der Umgang mit rohem Fleisch nicht behagt, gab es zuhause auch nur selten selbst zubereitetes Tier. Schaut man genauer hin, fand man allerdings doch oftmals Wurstwaren oder Frühstückspeck… Und beim Auswärts-Essen sowieso, da hab ich ohne großartig drüber nachzudenken recht häufig zu fleischigen Varianten gegriffen. Nicht immer, aber eben auch deutlich öfter als einmal pro Woche. Als ich Im Februar über einen vegetarischen Monat nachgedacht habe, so war ich der Meinung, es bleibt bei dem einen Monat.

Ich habe mich im März ausgiebig mit dem Thema Vegetarismus (und auch mit Veganismus) beschäftigt. Habe im Internet recherchiert und viele Blogs mit hilfreichen Infos und Rezepten gefunden. Habe mir das Gemüsekochbuch Plenty von Yotam Ottolenghi gekauft (der übrigens selbst kein Vegetarier ist. Aber, Wow, was der mit Gemüse anstellen kann!). Habe Eating Animals von J.S. Foer gelesen. Habe die Harvard Studie zum gesundheitlichen Risiko von erhöhtem Fleischkonsum zur Kenntnis genommen,  das stern TV Experiment „Fleisch gegen Gemüse“ verfolgt und den Arte Themenabend “Dürfen wir Tiere essen?” gesehen. Die zwei arte Sendungen waren sehr sehr gut und es gibt sie auch online:  Nie wieder Fleisch und Die neuen Vegetarier. Ganz lieben Dank an Anne für den Tipp per Kommentar!

Je mehr ich mich mit ethischen, ökologischen und ökonomischen sowie gesundheitlichen Aspekten beschäftigt habe, desto mehr ist mir der Appetit auf Fleisch vergangen. Erschreckend, dass ich mich damit erst jetzt intensiv beschäftigt habe (oder nicht beschäftigen wollte? Ignorance is bliss, but no excuse!).

“If we are not given the option to live without violence, we are give the choice to center our meals around harvest or slaughter, husbandry or war. We have chosen slaughter. We have chosen war. That’s the truest version of our story of eating animals. Can we tell a new story?” (Jonathan Safran Foer, Eating Animals)

Ich habe mit Tofu gekocht, viele Linsen und Kichererbsen gegessen und insgesamt – auch mittags – sehr gesund gegessen. Gerade in der Mittagspause fiel mir auf, dass die vegetarische Alternative auch meist insgesamt sehr gesund ist. Pommes als Beilage von einem vegetarischen Gericht sind ja eher selten ;)

Während des Experiments und auch jetzt, wo es fast vorbei ist, habe ich kein Verlangen nach Fleisch. Aber ich habe Lust, noch mehr auszuprobieren. Lust, das Ottolenghi Kochbuch durch- und die ganzen tollen vegetarischen Rezepte aus den Blogs nachzukochen.

Ich habe Lust, weiterzumachen. Also gibt es hier auch erstmal weiterhin kein Fleisch.

Zum Schluss noch ein paar tolle Blogs zum Thema:

my new roots
Liebe im Bauch
eat this!
BeVegt
Gourmandises Végétariennes
Vegan Guerilla
und besonders freue ich mich, dass Frau Siebenhundertsachen seit neustem einen kulinarischen Wochenrückblick zeigt.

 

7 Kommentare

  • Katja sagt:

    Finde ich total toll, wie Du das durchziehst. Trotz der ganzen Informationen “kann” ich bisher nicht so ganz ohne Fleisch. Das Problem ist auch bei mir das zwischendurch mal auf Brot oder Speck zum Ei oder auswärts-essen. Komisch irgendwie. Aber ich lasse mich durch deine tollen Gerichte gerne für fleischlose Kost inspirieren…

  • […] geplant: So richtig entspannen und zwei Wochen offline sein (mal schauen, wie das klappt). Lesen, lesen, lesen. Braun werden, nicht rot. Weiterhin keine Tiere essen. […]

  • Frau W. sagt:

    Andrea, das ist ein positiver und mitreißender Post! Als ich Deinen ersten Beitrag zu diesem Thema las, nahm ich mit vor jede Woche mind. ein neues vegetarisches Gericht zu kochen – und es hat geklappt. Einiges neues, wieder mehr Asiatisch, Linsen gekauft (wenn auch noch nicht zubereitet) … Im Vergleich zu Dir zwar Kleinkram, aber Fischstäbchen und Bratwürstchen werden so geliebt, die müssen sein :). Ich bleibe bei dieser Veränderung, es gab zwar viel Gemaule seitens des Großens, ist für mich aber überfällig gewesen.
    Bin auf Deine weiteren Rezepte und Berichte gespannt!

  • Andrea sagt:

    Liebe Frau W, das klingt wunderbar!! Und ich kann mir gut vorstellen, dass es mit Kindern noch schwieriger ist. Toll, dass du neue vegetarische Sachen ausprobierst! Hier wird nach meinem Urlaub sicherlich jede Menge Ottolenghi folgen, das Buch macht einfach nur Appetit auf Gemüse beim Durchblättern…

  • CupcakeQueen sagt:

    Ich habe deine “vegetarischen” Blogeinträge intensiv verfolgt und habe auch seit einiger Zeit drüber nachgedacht mal auf Fleisch komplett zu verzichten. Mit der Schokolade klappt es ja auch besser als erwartet :)

  • LiebeimBauch sagt:

    Ich finde solche “Experimente” ja immer unheimlich spannend. Vieles muss man einfach mal ausprobieren und sich der Herausforderung stellen, um zu sehen, wie es wirklich ist.
    Gerade unter vegetarischer oder veganer Ernährung stellen sich viele Menschen große Einschränkungen vor, einfach weil es hier so normal ist, dass in einer vollständigen, sättigenden, guten Mahlzeit irgendwie Fleisch enthalten ist – das ging mir früher nicht anders. Da nützt es viel sich hineun zu wagen, es einfach mal zu versuchen und sowohl zu entdecken, was alles nicht eigentlich fleischlos ist, wie auch, was für viele tolle neue Gerichte es auszuprobieren gibt. Ich hatte mir vorher unter dem Vegetariersein großen Verzicht vorgestellt und habe stattdessen überraschend einfach mehr und mehr neue leckere Gerichte dazu erhalten. ;)
    Schön, dass es dir so gut mit dem Versuch erging und viel Freude weiterhin!

  • […] habe seit dem 1. März kein Fleisch (und Fisch) mehr gegessen,  seit genau sieben Monate also. Es ist mir die ganze Zeit […]

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