Marlen Haushofer – Die Wand

Ich habe von dem Film mit Martina Gedeck gehört, ihn aber irgendwie wieder vergessen. Obwohl ich Martina Gedeck richtig toll finde, hab ich den noch nicht gesehen.

Nun höre ich sehr viele Podcasts. Und in einem* unterhielten sich Kathrin Weßling und Jenny Elvers und Kathrin Weßling empfahl Jenny Elvers mit einer solchen Vehemenz das Buch, das ich direkt beim Gebrauchtbuchhändler meines Vertrauens ein Exemplar gesichert habe.

Ein mit 288 Seiten handliches Taschenbuch. Erstaunlich: es gibt kein langes Vorgeplänkel. Schon nach wenigen Seiten ist man mitten in der Handlung. Die Protagonistin ist mit ihrer Cousine und deren Mann in deren Waldhütte, die Cousine ist leidenschaftliche Jägerin. Cousine und Mann machen sich nachmittags auf ins Tal. Unsere Protagonistin bleibt mit dem Hund der beiden zurück. Sie bemerkt am nächsten Morgen, dass Cousine und Mann nicht zur Hütte zurückgekehrt sind und macht sich auf den Weg ins Tal um zu sehen, ob etwas passiert ist.

Dorthin gelangt sie nicht, sie wird von einer unsichtbaren Wand aufgehalten. Vielmehr der Hund, der sich daran eine blutige Schnauze stößt.

Die Geschichte ist aus Sicht der Protagonistin geschrieben, eine Aufzeichnung der Geschehnisse. Immer wieder gibt es zeitliche Referenzen in die Zukunft, man erfährt, dass bestimmte Ereignisse eintreten, aber nicht wie. Das wiederum führte bei mir schon zu einem Spannungsbogen, obwohl ansonsten nicht so viel in dem Buch passiert.

Mit den Aufzeichnungen beginnt die Protagonistin etwa zweieinhalb Jahre nach dem Erscheinen der Wand. Man weiß schon recht zu Anfang des Buchs also, dass die ausweglose Situation in der sich die Protagonistin befindet, sich nicht ändern wird.

Spannend finde ich, dass die Frau, deren Namen man nicht erfährt, zu dem Schluss gelangt, dass ihr die Gesellschaft des Hundes (später noch erweitert um Kuh und Katze) angenehmer sind, als es Menschen in ihrer Situation wären. Sogar die Kusine und deren Mann wären auf lange Sicht als einzige Gesellschaft unvorstellbar. Dann lieber allein. Ihre Kinder, die in der “alten Welt” verblieben sind, werden nur am Rande erwähnt.

Ihre Vorräte gehen zu Ende. Sie baut Kartoffeln und Erbsen an, fängt Fische im Bach, schießt ab und an ein Reh. Findet sich (überraschend?) schnell mit der ausweglosen Situation ab, bzw. nimmt diese einfach als gegeben hin. Trotzdem gibt es eine Spannungskurve. Tolles Buch über das es sich auch gut diskutieren lässt. Jetzt bin ich gespannt auf den Film!

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