Gilmore Girls: alle Staffeln in sieben Wochen. Jetzt müssen wir mal drüber reden.

Auch wenn ich jetzt daher komme wie die alte Fastnacht: ich möchte mit euch über die Gilmore Girls sprechen.

Es ist nämlich so: 2004 hatte ich anderes zu tun, als Gilmore Girls im Fernsehen zu gucken. Ich habe in England studiert und auch viel fern gesehen, aber das war dann eher Friends und Sex and the City und englische Einrichtungs- und Dachbodenschatz-Shows. Als ich dann wieder in Deutschland war hatte ich also die Ausstrahlung der Gilmore Girls zum Teil schon verpasst, und neu einsteigen ging auch nicht. Ich konnte nämlich beim besten Willen keine synchronisierten Serien mehr ertragen, nachdem ich ein Jahr lang originalfassungsverwöhnt worden war. Und damals gab es ja noch kein Netflix, da hätte man sich ja die DVDs kaufen müssen. Aber eines schönen Tages im Oktober, zehn Jahre nachdem in den USA die 7. und bis dahin finale Staffel ausgestrahlt wurde, lag ich krank und gelangweilt auf meinem Sofa und wollte eigentlich nur mal reingucken. Zufällig gab es alle Staffeln auf Netflix und außerdem hatte ich von der Revivalstaffel gehört, die angekündigt war.

Ich habe nun also in knapp 7 Wochen (ich war zwischendurch mal etwas länger im Urlaub und hatte eine Zwangspause) alle Staffeln Gilmore Girls gebingewatcht (ja, das ist ein Wort) inkl. die von Netflix produzierte neue Staffel.

Staffeln 1-7

Auch wenn ich die Mutter-Tochter Beziehung zwischen Rory und Lorelai bisweilen etwas anstrengend fand, habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Meine Lieblingscharaktere sind Paris, Kirk, Emily & Richard, Lane und Mrs. Kim. Es gab ein paar Charaktere, die ich erst nervig fand und dann super (Michel zum Beispiel), andere fand ich von Anfang an ätzend (Dean, Christopher). Es wird viel gegessen und Kaffee getrunken, das gefällt mir auch. Außerdem mag ich Coming of Age Geschichten und amerikanische Elite-Unis finde ich auch irgendwie faszinierend. Und natürlich wollte ich wissen, wann Lorelai nun endlich mal einen der Männer heiratet, auch wenn ich es befremdlich finde, dass es immer darauf hinausläuft, dass man in einer Beziehung scheinbar nur “richtig glücklich” sein kann, wenn man verheiratet ist.

Das Revival: A year in the life.

Wenn ihr nichts über die Netflix Fortsetzung wissen wollt, dann bitte hier aufhören zu lesen. Ich habe aber versucht, nicht zu spoilern und im Wesentlichen meckere ich nur über die Fortsetzung.

Erster Dämpfer: ich war nicht auf nur 4 Folgen gefasst. Gut, die gehen 90 Minuten, aber das ist doch irgendwie blöd, oder? Außerdem blieben für mich die “endlich alle wieder sehen” Emotionen aus – da ich am Stück geguckt habe, sahen die einfach alle ca. 10 Jahre älter aus, wobei Rory natürlich schon deutlich erwachsen geworden ist. Gefreut habe ich mich besonders über Kirks Schwein (und den Grund für das Schwein), den ersten Auftritt von Mr. Kim, und dass das mit Luke und Lorelai geklappt zu haben scheint. Und Paris war wieder mit dabei! Auch witzig fand ich den stark kritisierten Running Gag mit Rorys Boyfriend, den alle immer vergessen.  Und besonders gefreut habe ich mich über die Aufräumaktion mit Marie Kondo Methode von Emily in der ersten Folge der neuen Staffel. Was mir gar nicht gefallen hat waren die vielen, sehr langen musikalischen Einlagen. Was sollte das? Außerdem waren manche Erzählstränge einfach lahm und führten ins Leere – es wirkte insgesamt wenig durchdacht. Das Ende fand ich… naja. Da ich nicht auf dem Schirm hatte, dass es nur 4 Folgen sind, war ich dann doch etwas überrascht. Wenn das mal kein Cliffhanger ist. Es würde mich schon sehr wundern, wenn Netflix da nicht noch ne Staffel nachlegen würde (dann aber bitte keine 90 Minuten Folgen!). Alles in allem hätte man das sicherlich besser machen können, ich fand es jetzt aber nicht völlig katastrophal. Aber ich hatte auch keine zehn Jahre Zeit um so hohe Erwartungen aufzubauen wie die Fans der ersten Stunden.

So, und jetzt wünsche ich mir eine angeregte Diskussion in den Kommentaren:

Wen findet ihr gut, wen doof? Hätte ich lieber eine andere Serie gucken sollen? Und wenn ja: welche? Wie findet ihr das Ende? Seid ihr Team Dean oder Team Jess oder Team Logan? Und gibt es irgendjemanden da draußen, der Christopher gut findet?

 

6 Kommentare

  • Team Jess, schon immer und immer noch! Die Musical-Nummer ging mir auch auf den Keks und auch wenn es mich in weiten Teilen glücklich gemacht hat, alle “wiederzusehen”, fand ich es zum Teil etwas konstruiert. Und wenn die mich jetzt mit diesem Ende hängen lassen, muss ich meinen Kummer ersaufen. Was daran scheitert, dass ich nicht trinke. Also müssen sie weitermachen ;)!

  • Nele sagt:

    Ich bin Team Marty! ;-) Und außerdem bin ich Team “Man muss zehn Jahre nicht mit einem der drei Typen was haben, die man bis Anfang 20 kannte, sondern kann jemand anderen treffen oder alleine glücklich sein oder oder oder…” Allerdings schreibt hier die Frau, die ihren Uni-Freund geheiratet hat! :D
    Ich hatte ein starkes “Feels like coming home”-Gefühl bei den neuen Folgen, einfach so ein “Hach!” – aber sooo toll fand ich sie nicht. Die Musical-Nummer fand ich blöd, aber die Life and Death-Brigade-Passage, die völlig sinnfrei und abgefahren und bekloppt war, fand ich super! Das Ende fand ich schon ok so, ich hoffe, mehr kommt nicht! Es war ja das von Anfang an geplante Ende und zeigt doch auch, dass das Leben weitergeht. Ich finde es allerdings gut, dass es jetzt erst zehn Jahre später dazu kommt und nicht schon am Ende der Originalserie.
    Ach ja, und in den neuen Folgen fand ich Rory und Lorelai teilweise total doof. Waren die schon immer so? ;-)

    • andrea sagt:

      DAS war das von Anfang an geplante Ende? Naja… Und ja, die waren immer schon teilweise total doof, wobei ich Lorelai in der ersten Staffel supercool fand und das dann bis Staffel 7 immer mehr nachgelassen hat. Und Rory ist halt erwachsen geworden. Wobei ich die in den neuen Folgen eigentlich eher authentischer fand als früher, das hat mir ganz gut gefallen.

      • Nele sagt:

        Also ich habe zumindest gelesen, dass das die berühmten letzten 4 Worte waren, die Amy Sherman-Palladino geplant hatte.
        Ja, vielleicht war Rory authentischer… Aber hey, mehr Authentizität = weniger Sympathie. War ja irgendwie klar. ;-)

  • […] beste Serie? Stranger Things Gilmore Girls (hier mein Senf dazu) The Man in the High […]

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