Über das Bloggen

Feldweg

Die liebe Ellen hat gebloggt! Es geht bei ihr um den Sinn und Unsinn des Bloggens und sie hat unter anderem mich gefragt, warum ich blogge: was gibt mir das, was hab ich zu geben? Eine gute Frage, die ich mir selbst von Zeit zu Zeit stelle – ihr habt schließlich auch gemerkt, dass hier auch nur phasenweise Betrieb ist (ein herzliches Hallo und Dankeschön an alle, die noch mitlesen!).

Nun muss ich vorausschicken, dass ich mich sehr gefreut habe, als in meinem Feedreader eine kleine 1 rechts neben Ellens Blognamen erschien – ich hatte schon vermisst, von ihr zu lesen. Und damit geht das schon los: ich habe durch das Bloggen so viele tolle und spannende Menschen kennengelernt, Freunde gefunden und Ideen bekommen, dass ich das nicht einfach aufgeben will.

Ich habe vor ca. 10 Jahren angefangen zu bloggen, schlicht und ergreifend, weil ich jobbedingt herumprobieren wollte. Außerdem hat es mich in den Fingern gejuckt, ich wollte Teil dieses Internets sein und auch irgendetwas beitragen. Damals waren das natürlich noch andere Zeiten – heute gibt es ja kaum jemanden, der nicht in irgendeiner Form irgendwas in Netz trägt, sei es durch facebook, instagram*, youtube, snapchat, twitter… Sogar meine Eltern posten ihre Urlaubsbilder bei facebook. Dieses Dabeiseinwollen ist immer noch da. Ich schreibe gern und ohne Blog würde mir langfristig einfach die Bühne fehlen (für ein Buch reicht es wohl nicht – wobei ein Exposé zum Thema Online Dating quasi halbfertig in der Schublade liegt, ich kann mich nur noch nicht entscheiden, ob es ein Horrorroman, ein Ratgeber oder Comedy werden soll. Aber mit Happy End).

Außerdem lese ich gern Blogs. Besonders solche, die nicht in jedem Beitrag Werbung haben oder einfach aus amerikanischen Blogs Ideen übersetzen und ohne Quellenangabe posten. Ich mag es, wenn ich den Eindruck habe, dass die/der Bloggende authentisch ist und ihre/seine Texte mit Herzblut und Humor statt „relevanten Keywords“ optimiert.**

Das Schönste am Bloggen sind für mich übrigens Kommentare. Manchmal konnte ich Menschen sogar helfen (mein meistgelesener Beitrag ist die Anleitung zur Besichtigung des Vatikans, die vor allem daraus entstanden ist, dass ich selbst damals nur so mittelhilfreiche Antworten im Netz gefunden habe) und vielleicht bringe ich auch mal jemanden zum lachen. Außerdem ist es bei mir sehr ausgeprägt so, dass ich, wenn ich etwas supertoll finde (Bücher, Musik, Essen, Reiseziele), dies dringend anderen Menschen ans Herz legen muss.  Und praktischerweise kann ich selbst auch einfach im Blog nachschlagen, wie das tolle Restaurant in Lissabon hieß oder wie die geile Band nochmal hieß, die ich vor drei Jahren beim Reeperbahn Festival entdeckt habe.

Ellen fragte auch in die Runde, ob es Prinzipien und Leitlinien gäbe, an die man sich halte. Tja nun: 1) Lustprinzip: ich blogge nur, wenn ich Lust habe und nicht, weil ich denke, dass ich mal wieder müsste. AlsHobbyblogger geht das sehr gut. 2) Authentizität. Ich schreibe hier nur meine Meinung und die bezahlt mir auch keiner. 3) Mut zum Makel. Hier ist nichts perfekt, dass ist mir nämlich zu anstrengend.

So. Und nu nochmal offen in die Runde gefragt: Ist Bloggen noch ein Ding? Oder seid ihr eh alle am Pokemon fangen und lest nicht mehr mit?
Und Ellen – ich würde mich freuen, in Zukunft wieder mehr von Dir zu lesen!

 

*instagram nutze ich zum Beispiel deutlich häufiger (schaut doch mal vorbei). Vermutlich aus dem Grund, dass Bloggen mit dem Smartphone bei mir zu Fluchanfällen führt. Für längere Texte muss ich am Rechner sitzen und den mache ich nach der Arbeit und am Wochenende zunehmend seltener an.

**Ich hab übrigens nichts dagegen, wenn jemand mit seinem Blog Geld verdienen möchte – ich finde auch, dass man das sehr gut anstellen kann. Ich klicke auch zum Beispiel sehr gern auf Partnerlinks auf Blogs, die ich gerne mag. Aber wenn ich das Gefühl habe, ich lese ein Werbeprospekt mit wenig eigenen Inhalten, dann sollen das gerne die anderen lesen.

1 Kommentar

  • Also ich lese noch mit! :D
    Und ja, das ist noch total ein Ding, das Bloggen! Also für mich zumindest. Mein Blog ruht jetzt seit schon seit fast einem Jahr und es fehlt mir so! Inzwischen habe ich die Zeit dafür wieder, aber sie steckt noch in der Renovierung des Blogs. :) Trotzdem stelle ich da Überlegungen an, wieso mache ich das eigentlich, will ich das wirklich noch, lohnt sich die ganze Arbeit? Ich für mich kann das mit einem klaren JA! beantworten. :)
    Also schön fleißig weiter schreiben! Es wird gelesen! Und manchmal sogar kommetiert. :D
    Liebe Grüße,
    Silke :)

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