Über Regenwetter, Tierbabys und eine Jus, die keine war. Mit Rezept!

Fragt mich mal, was ich so am Wochenende gemacht habe. NIX! Naja, so richtig stimmt das nicht. Die Aktivitäten des Wochenendes waren: lange ausschlafen, in den Regen starren, Heizung aufdrehen, gemütlich frühstücken, auf dem Sofa kuscheln und Musik hören, das niedlichste Tierbaby mithilfe der Google Bildersuche suchen*, DVD und Fußball gucken, lecker kochen und essen. Alles in allem ein ziemlich perfektes Wochenende, wenn man das Wetter in Betracht zieht. Das Kochen war jedenfalls die einzige Aktivität, die bloggenswürdig ist. Deswegen: hier kommt ein Rezept!

Ich hatte im Affekt grünen Spargel gekauft (ohne Idee, was ich damit anstellen könnte). Schnell mal Tim Mälzers Greenbox** bemüht und schnell war klar: „Gegrillter Spargel mit Parmesan Polenta und Pinienkern-Jus“ sollte es werden. Ich sage es vorab: Der Titel ist gelogen. Der Spargel wird auch bei Herrn Mälzer gebraten und nicht gegrillt. (nicht, dass hinterher ein Kommentar-Shitstorm ausbricht, weil ich den Spargel nicht gegrillt habe). Und die Pinienkern-Jus ist eine Jus, zu dem am Ende ein paar Pinienkern gerührt werden. Nichtsdestotrotz: Oberlecker. Wie immer haben wir ein bisschen abgewandelt – Rosinen brauche ich nämlich im Sößchen nicht und es ist auch eher eine dicke Sauce statt eine elegante Jus geworden, aber köstlich wars trotzdem. Möchte man dieses Rezeot kochen, sollte man viel Zeit einplanen: die Sauce braucht lange und die Polenta benötigt gut 40 Minuten zum erkalten, bevor man sie braten kann. Apropos braten: Obacht mit der Belüftung der Küche. Sonst gehen vielleicht wie bei mir die Rauchmelder im Flur und in der Kammer des Schreckens an…

polenta_spargel_jus

Im Folgenden also so ungefähr, wie wir das gemacht haben:

Sauce:
2 Möhren, 1 große Zwiebel, 1 große Knoblauchzehe, 1 TL Pfefferkörner, 1 EL Tomatenmark, 250 ml Rotwein, 1 TL Zucker, Thymian, 3 Lorbeerblätter, 20 Gramm getrocknete Steinpilze, einige braune Champignons, Sojasauce.
Die Steinpilze in 1 l heißem Waser einweichen. Das Gemüse klein würfeln, zuerst in Oliveöl die Champignons anbraten, dann weg stellen und Zwiebel, Möhre und geschälte Knobizehe scharf anbraten. Mit 50 ml Wasser ablöschen, Wasser verdampfen lassen, öfter mal rühren. Lorbeer, Tomatenmark, Thymian und Pfefferkörner dazu.
Mit der Hälfte des Rotweins ablöschen und etwas einkochen lassen, rühren. Den restlichen Rotwein und 1 TL Zucker zugeben und dicklich einkochen lassen, 1EL Sojasauce dazu. Dann kommen die Steinpilze samt Einweichwasser dazu. 20 Minuten lang köcheln lassen, durch ein Sieb abgießen. Das Gemüse hab ich dann mit frischem Wasser passiert und einen Teil davon zu der Jus gegeben, bis ich möglichst viele Aromen drin hatte, die Sauce aber gerade nicht zu dick geworden ist.

Polenta:
200 ml Milch, 200 ml Wasser, 85 Gramm Polenta, 50 Gramm Parmesan, Salz. Optionale und für gut befundene Gewürzempfehlung: etwas Zimt, Muskatnuss, Kurkuma für die Farbe, Cumin, Butter.
Milch und Wasser aufkochen, salzen und die Polenta einrühren, 2-3 Minuten unter rühren kochen. Parmesan und Gewürze zugeben und noch etwas Butter.
Dann kam ein richtig guter Tipp von Tim: und zwar soll man die Polenta zwischen zwei Lagen geöltem Backpapier ausrollen und 40 Minuten abkühlen lassen. Danach schneidet man die Polenta in Streifen oder Würfel oder Rauten oder Dreiecke oder andere geometrische Formen nach Geschmack. Durch das geölte Backpapier kann man die Stücke dann ganz hervorragend in der Pfanne braten. Warm stellen und sich dann dem Spargel widmen.

Spargel:
Die holzigen Enden vom grünen Spargel abschneiden und etwa 1 Minute in kochendem Salzwasser blanchieren. Mit kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen. Dann mit Olivenöl ca. 3 Minuten in einer Pfanne braten.

Sauce:
Pinienkerne in einer Pfanne rösten, die Sauce erhitzen. Ich habe dann jetzt die Champignons vom Anfang untergerührt. Pinienkerne entweder jetzt zugeben oder einfach nach dem Anrichten drüber werfen.

FERTIG! Danke Tim, hat hervorragend geschmeckt. Fazit: mein Polenta-Traauma ist überwunden, das kann ja doch richtig lecker schmecken! Vor allem gut gewürzt und angebraten… Grüner Spargel ist gebraten eh köstlich und manchmal lohnt es sich, ein bisschen mehr Zeit für die Sauce aufzuwenden. Der Wein (ein 2011 Zinfandel von Gallo) hat nicht nur in der Sauce gut geschmeckt, sondern auch ganz wunderbar zum fertigen Essen. Und: wie geil sind bitte getrocknete Steinpilze? Und warum hab ich vorher noch nie was damit gemacht?

 

*In der engeren Auswahl: Igel, Tiger und Faultier.
** Dies ist ein Link zu Amazon. Wenn ihr dort etwas kauft, bekomme ich dafür ein bisschen Geld. Wenn ihr genügend kauft, kann ich meinen Job an den Nagel hängen und Fulltime-Blogger werden. Dafür müsstet ihr aber sehr, sehr, viel kaufen. Unrealistisch viel. Mir wäre es außerdem eh lieber, wenn ihr das Buch in der stationären Buchhandlung eures Vertrauens kauft. Aber gucken könnt ihr ja bei Amazon schonmal. Ich finde das Kochbuch extrem gelungen, bisher hat alles, was ich gekocht habe, ganz hervorragend geschmeckt, deswegen kann ich es durchaus empfehlen.

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