Tagebuchbloggen am 5. Juli

speicherstadt

Gestern war Dienstag, der 5. Juli. Ein guter Tag zum Tagebuchbloggen, im Rückblick.

Ich wache um 6:50  auf – die Müllabfuhr ist da. Ich wohne in einem sehr reinlichen Stadtteil, an gefühlt vier von sieben Wochentagen wache ich von Müllabfuhr oder Straßenreinigung auf. Ich schließe das Fenster und drücke mir das Kissen aufs Ohr, denn ich will so gerne noch weiterschlafen. Irgendwann geht der Wecker, ich snooze, rechne im Kopf durch, wann ich allerspätestens los muss um rechtzeitig zu meinem Termin um 9:30 im Büro zu sein. Irgendwann stehe ich auf, mache erst mich fertig, dann Kaffee, räume bis die Bialetti auf dem Herd zu röcheln beginnt die Spülmaschine aus und wieder ein, balanciere Kaffeebecher, Sporttasche und Handtasche bis zur U-Bahn. Die Fahrt verläuft unspektakulär – Stehen bis Hauptbahnhof, dann Sitzen. Es ist warm, die Sonne scheint, der Sommer ist da.

Ich treffe um 9:20 im Büo ein, gerade noch Zeit, den Rechner kurz anzumachen (Emails hatte ich in der Bahn schon gecheckt. Ich sollte mir das abgewöhnen) und noch einen Kaffee zu kochen, bevor mein Termin eintrifft. Nach dem Termin sitze ich mit einem neuen Kollegen zusammen und wir besprechen To Dos. In der Zwischenzeit hat sich der Sommer daran erinnert, dass wir hier in Hamburg sind: es fängt draußen an zu schütten. Es ist halb 12, ich frühstücke eine Aprikose und spiele mit dem Gedanken an einen dritten Kaffee. Aber das ginge wohl zu weit. Ich bearbeite ein paar Emails, empfange eine gute Nachricht via Skype und eine blöde per Email.

Es hat aufgehört zu regnen, gegen 12:30 gehe ich eine Runde durch die Hafencity spazieren und hole mir unterwegs einen Nudelsalat, den ich im Büro esse. Auf meinem Schreibtisch liegt ein Zettel mit kryptischen Zahlenreihen in der Handschrift eines Kollegen. Er ist scheinbar noch nicht zurück aus der Mittagspause – ich erhoffe mir Aufklärung, wenn er wieder da ist. Zur Hälfte konnte ich es dechiffrieren, die andere Hälfte gibt mir Rätsel auf. Ich zeichne ein paar Rechnungen ab und begebe mich in den nächsten Termin. Danach mehr Buchhaltungsthemen, nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung.

Es ist 15.00 und endlich Zeit für den dritten Kaffee. Dazu gibt es ein halbes Bounty, das mir die Kollegin schenkt (ok, ich habe gebettelt). Draußen zieht es sich wieder zu und es ist ziemlich windig. Ich kümmere mich weiter um Zahlenkram, schwuppdiewupp ist es 17.00. Ich trinke den vierten und für heute letzten Kaffee. Ich mache Orgakram und schreibe ein paar Mails.

18.30 – ich mache für heute Schluss, denn es geht zum Spocht. Nach einer Weile Abstinenz mal wieder eine Muckibude testen – das wäre dann die vierte in Hamburg. Man wird nicht jünger und es zwickt im Rücken und der generelle Fitness-Zustand war auch schonmal (sehr viel) besser. Der Mann holt mich ab und wir fahren gemeinsam in irgendein abgelegenes industriegebietartiges Gebiet, auf dem die Muckibude steht*. Wohnen möchte man da in der Nähe nicht, dafür ist es recht günstig (Das nächste Fitnessstudio zu meiner Wohnung ist keine 3 Minuten Fußweg. Dafür kostet das einen geschätzten Betrag von 180 Euro im Monat und man muss sich erst mal bewerben um aufgenommen zu werden. Lieber nicht.). Neben dem Muckibudengebäude ist eine Schokoladenfabrik, entsprechend riecht es nach Süßwaren. Diese Ironie!Aufgrund meiner Muckibudenerfahrung kenne ich das Konzept von dieser schon. Kein Pumpen, keine Musik, kein Schischi. Der Trainer und ich brauchen ein bisschen um miteinander warm zu werden, aber gegen Ende ging es dann. Vermutlich mag er auch keine Menschen, da haben wir immerhin etwas gemeinsam. Ich kann das ja nicht so leiden, wenn einem das, wofür man Geld bezahlen soll als Qual verkauft wird. Nunja, verkaufen ist offensichtlich eh nicht so sein Ding – gut für ihn also, dass ich mich vorher schon entschieden hatte.  Nach Krafttraining und einer halben Stunde Crosstrainer bin ich dann sehr gut gelaunt aber auch fertig für den Tag. Wir machen einen kleinen Zwischenstopp beim Supermarkt (es fehlen Oliven & Nektarinen für den Wassermelonensalat, außerdem entdecke ich naturtrübes Radler in hübschen Flaschen) und fahren dann schnell zu mir. Um dann dort wirklich sehr lange nach einen Parkplatz zu suchen. Es ist schon 21.00 Uhr, alle sind zu Hause und es ist so aussichtslos, dass wir ca. 20 Fußminuten entfernt parken. Aber wenn wir eh schon gerade beim Sport waren, dann kommts da jetzt auch nicht mehr drauf an. Außerdem regnet es gerade nicht. Wir spielen unterwegs unser neues Lieblingsspiel „Filme mit …“ – man nennt abwechselnd einen Film mit einem bestimmten Schauspieler bis einem von uns keiner mehr einfällt. Derjenige hat dann verloren. Ich gewinne Will Smith und verliere Michael Douglas.

Zuhause bereiten wir gemeinsam (bzw. nacheinander, denn ich gehe erstmal duschen und in meine Küche passen nicht zwei Menschen gleichzeitig) den Wassermelonensalat zu. Es wird sehr viel, wir essen alles auf, und zwar vor dem Fernseher. Dazu das Radler. Im smarten Fernseher läuft eine Folge Pastewka aus der ersten Staffel (die mit dem Kickertisch und dem Naziopa). Dann schnell Zähneputzen. Wir sind beide ziemlich müde, trotzdem spielen wir noch eine Runde „Bücher von Stephen King“ (ich gewinne) und „Länder in Asien“ (er gewinnt). Es endet damit, dass ich kurz vor dem Einschlafen noch den Wikipedia-Eintrag von Brunei lese.

Das wars vom Tag. Ein schöner Dienstag. Und bei euch so?

 

*er ist dort schon lange Mitglied und bekommt eine Prämie, wenn ich den Vertrag unterschreibe. Dafür muss er mich dann immer mit hin nehmen und wir können uns gegenseitig motivieren. Guter Deal für mich.

 

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