Tagebuchbloggen am 5. Januar 2018

Es ist der Monatsfünfte, also auf zum kollektiven Tagebuchbloggen, alle Beiträge wie immer bei Frau Brüllen.

Es ist der letzte richtige Urlaubstag, der erste ganze Tag zuhause nach unserem Dänemarkurlaub. Ich erwache nach einem tiefen Schlaf um kurz vor neun Uhr. Der Mann befindet sich auch gerade in der Aufwachphase. Wir kuscheln uns noch eine Weile ein und genießen das vorerst letzte werktägliche „nicht-aufstehen-müssen“. Kurz nach zehn stehe ich dann aber doch auf, ich will zur Post, dort liegen noch zwei Päckchen für mich. Ich mache mich also schnell fertig und gehe los, der Mann schlummert noch weiter. Es regnet gerade nicht, es nieselt nur. Ich hole die zwei Päckchen ab – Weihnachtsgeschenke von zwei lieben Freundinnen. Aber das Auspacken spare ich mir noch ein bisschen auf. Erstmal räume ich die Spülmaschine aus und räume ganz grob die Küche auf. Dann gucke ich mal nach dem Mann, der sich mit einer Doku auf Netflix beschäftigt.

Darauf hab ich jetzt keine Lust, ich gehe mir also Frühstück machen. Ein Cappuccino, und selbstgemachtes Granola mit Banane. In letzter Zeit mag ich mein Granola mit warmer Milch, das fällt mir leider erst nach Cappuccinoherstellung ein. Also nochmal Milch warm machen (ohne Schäumen). Endlich alles beisammen trage ich alles inkl. Päckchen ins Wohnzimmer.

Ich suche eine Ewigkeit bei Netflix nach geeigneter Frühstücksbespaßung. Fündig werde ich bei The IT Crowd. Kenne ich natürlich alles schon auswendig, ist aber jetzt genau das richtige. Ich gucke eine Folge und packe dann mal meine Päckchen aus.

Bücher! Bücher sind ja super Geschenke und auf diese bin ich besonders gespannt. Meine liebe Freundin C. hat mich mit „Der Hut des Präsidenten“ bedacht und meine liebe Freundin M. schickte mir „Qualityland“ von Marc-Uwe Kling. Sehr gut! Ich freue mich sehr auf beide Bücher, aber nicht jetzt.

Der Mann kommt ins Wohnzimmer und schraubt an seinem Klavier, ich gehe in die Küche und mache dort ordentlich Klarschiff. Als erstes nehme ich mir die Kammer vor, Aktueller Lagerplatz von allem, was kein richtiges Zuhause hat und vor allem Tragetaschen, Ikea-Tüten, Jutebeutel… Ich lege alle Tragetaschen und Tüten zusammen, sortiere, strukturiere und habe am Ende eine Kammer mit einem Platz für Taschen, für Pfandflaschen und für Altglas. Beim Ausräumen der Kammer habe ich wohl eine Mitbewohnerin aufgescheucht. Eine fette schwarze Spinne, die ich geistesgegenwärtig mit einem Glas einfange und vom Mann nach draußen bringen lasse.

Danach kümmere ich mich ums Altpapier, die Küchenschubladen, Unterschränke und generell die ganze Küche. Am Ende habe ich deutlich mehr Platz geschaffen und bin glücklich. Hat ja auch nur 3 Stunden gedauert, aber wenn ich mal im Aktionismus bin, dann mit Liebe zum Detail. Jedenfalls wäre Marie Kondo stolz auf meine Geschirrtuchschublade.

Zu guter letzt wische ich nochmal durch, koche mir einen weiteren Cappuccino und hole ein Schokolädchen aus dem Päckchen von M.

Weil ich gerade so im Schwung bin kümmere ich mich gleich auch noch um eine Ladung Wäsche und räume die letzten Teile des Urlaubsgepäcks aus dem Flur an den richtigen Ort. Gestern haben wir nach unserer Ankunft einfach alles stehen lassen und nur die Lebensmittel schon verräumt. Bei der Gelegenheit hänge ich gleich mal meinen vom dänischen Fjord mitgebrachten Hühnergott in der Küche auf.

Ich setze mich einen Augenblick aufs Sofa, tausche mich mit dem Mann über weitere Pläne aus und entspanne kurz. Dann suche ich mein Arbeitsnotebook, werde irgendwann fündig und schmeiße mit gemischten Gefühlen das Teil an und checke meine Arbeitsmails. Ich finde, was ich suche, kläre ganz kurz mit einem Kollegen etwas für den Termin am Montag morgen und bereite noch etwas vor, die entsprechenden Daten dafür hatte ich vor meinem Urlaub noch nicht, aber jetzt sieht das ganz brauchbar aus.

Später tauschen der Mann und ich noch eine Lampe in der Bibliothek gegen eine andere aus, 3 Minuten später tauschen wir die Lampen wieder zurück. War doch besser vorher, außerdem ist fraglich, ob die Decke die schwerere neue Lampe trägt. Die hängen wir vielleicht doch lieber in den Flur, da war schon ein Haken, das ist vermutlich sicherer. Aber nicht mehr heute.

Meine Mutter hat mir zu Weihnachten ein Häkelset für einen kleinen Bären geschenkt. Klingt komisch, ist aber so. Seit ich vor ein paar Jahren mal jemandem zwei Meerschweinchen gehäkelt habe hatte ich keine Häkelnadel mehr in der Hand. Aber jetzt hab ich Lust dazu, der Mann ermutigt mich und ich häkele mal flott den Bärenkopf zusammen.

Der Mann spielt Klavier, irgendwann meldet sich der Hunger und der Mann macht sich an die Zubereitung des Essens. In der Zwischenzeit telefoniere ich mit meiner Freundin M. in Tübingen um mich zum einen für das Geschenk zu bedanken und zum anderen Weihnachten zu rekapitulieren – das erste Weihnachtsfest seit langem, an dem wir uns nicht gesehen haben. Wir haben einiges zu besprechen und telefonieren bis der Mann mit Spinat, Kartoffeln und Spiegeleiern zurückkehrt.

Nach dem Essen häkele ich noch drei Runden, dann ist Heimkinozeit. Heute gibt es Moonlight, der mir gut gefällt. Danach häkele ich noch den Bärenkörper und zwei Ohren und tippe diesen Beitrag.

Und demnächst geht’s ins Bett…

 

 

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