So war es in Japan – mein völlig subjektiver Rückblick

Weil ich doch auf die ein oder andere Weise nach meiner Japan-Reise gefragt wurde, weil dieser Entwurf schon seit einem Monat hier auf Veröffentlichung wartet und weil ich das gern noch in diesem Jahr machen möchte: mein Japan-Rückblick. Auch wenn die Fotos noch immer noch nicht sortiert sind… Wenn ihr mir bei instagram folgt, habt ihr ja schon ein paar Bilder gesehen und vielleicht auch den Eindruck bekommen, dass ich eine ganz großartige Reise hatte (Spoiler: es war wirklich sehr großartig).

Vieles war so, wie ich es mir vorgestellt hatte und einiges ganz anderes. Am schönsten fand ich es in Nagano, Matsumoto und Kobe, die tollsten Ausflüge waren Kamakura (bei Tokio), Kurama und Nara (beides bei Kyoto).

So war…

…die Route

Wir waren drei Wochen unterwegs und unsere Route war:
Tokio (3 Nächte) -> Yudanaka (Präfektur Nagano, 2 Nächte, inkl. 1/2 Tag in Nagano) -> Matsumoto (1 Nacht) -> Kyoto (4 Nächte, inkl. Tagesausflug nach Nara) -> Kobe (3 Nächte, Tagesausflug nach Hiroshima und 1 Tag im Osaka Universal Pictures Vergnügungspark (Harry Potter!!!)) -> Tokio (7 Nächte, Tagesausflug nach Kamakura und nach Yokohama).

Mitten in Tokio im schönen Viertel Asakusa sollte man den Senso-Ji besuchen – am besten Abends.

…das Wetter

Hervorragend. Meistens war T-Shirt Wetter, zwischenzeitlich war es sehr sommerlich, hauptsächlich aber spätsommerlich angenehm, so wie ich es am liebsten mag. Es hat auch mal geregnet, aber das hat uns nur einen Tag gekostet, danach war wieder strahlender Sonnenschein.

Kaiserwetter in Matsumoto – unser Zwischenstopp für einen Tag auf dem Weg nach Kyoto

…das Essen

Das Sushi war ganz großartig. Ich war kein riesiger Sushi-Fan, aber in Japan haben wir fast täglich Sushi gegessen. Frisch, köstlich, günstig. Ansonsten muss ich sagen, dass es für Vegetarier nahezu unmöglich ist, wenn man nicht selbst kocht, oder sich auf die großen Städte beschränkt, in denen es schon auch spezielle vegetarische oder vegane Restaurants gibt. Hier hilft am besten happycow  bzw. die dazu passende App. In normalen Restaurants oder auch in den Fertiggerichten im Supermarkt gibt es kein vegetarisches oder gar veganes Angebot. Es ist überall Fleisch oder Fisch dabei. Wir haben nicht selbst gekocht und ich bin kein so strenger Vegetarier, als dass ich mich 3 Wochen lang nur von Edamame und Rosinenbrötchen ernähren wollte. Aber: das beste Essen waren für mich die veganen Ramen in Tokio, bei T’s Tantan, da waren wir dann auch insgesamt 3 Mal. Das Frühstück war auch gerettet: nahezu überall gab es französisch angehauchte Bäckereien, die süße und herzhafte Köstlichkeiten im Angebot hatten. Bonus: auch noch niedlich dekoriert, vor allem zu Halloween.

Nicht immer nur Sushi. Aber über diesen Snack in Hakone teilten sich die Meinungen…

…es in den Unterkünften

Sehr gut. Wir hatten alles vorher gebucht: Hotels, ein traditionelles Ryokan, ein Airbnb Apartement**. Die Hotels waren alle spitze – sehr bequeme Betten, Toiletten mit Po-Dusche, beheiztem Toilettensitz und Po-Föhn, Beheizte Spiegel mit Anti-Beschlag und teilweise spitzenmäßiger Aussicht. Außerdem: sehr freundlicher Service, wenn wir vor dem Check in ankamen und unsere Koffer abgestellt haben waren die beim Einchecken schon in unserem Zimmer. Die Airbnb Wohnung war auch total okay und hatte eine Waschmaschine – das war sehr praktisch. Das Ryokan (traditionelles Gästehaus) war auch ein Erlebnis: zwar war das schlafen auf dünnen Matratzen auf dem Boden nicht so meins, aber wir hatten ein riesiges Zimmer und in der Unterkunft gab es ein privates Onsen (Bad gespeist aus heißen Quellen). Außerdem lag es dörflich – wir hatten also viel Ruhe, konnten in heißen Quellen baden und den halben Tag im Kimono abhängen. Die beste Unterkunft war unser Hotel in Kobe* im 27. Stock mit Blick auf den Hafen. Einmalig.

In Yudanaka übernachteten wir traditionell – und haben uns umso mehr über das „richtige“ Bett in Matsumoto gefreut…

…die Verständigung

Gut! Ich war ja auf das schlimmste eingestellt, da ich viele Horrorgeschichten gehört hatte. Aber wir kamen überall gut zurecht. Vor allem die Damen und Herren in den Bahnhöfen sprachen richtig gut Englisch, in den Hotels bekamen wir auch, was wir wollten und teilweise wurden wir sogar auf Englisch angesprochen. Alle Japaner, die wir getroffen haben waren freundlich und sehr hilfsbereit. Auch wenn es mit dem Englisch nicht immer gut geklappt hat – mit Händen und Füßen ging es dann doch. Also nix lost in translation – ingesamt gab es weniger Verständigungsprobleme als zum Beispiel in Vietnam oder in Italien. Also keine Angst!

In Kyoto waren die meisten Touristen – die roten Tore am Fushimi-Inari Schrein sind aber auch schön!

…das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Ah! Herrlich. Wir hatten uns den Japan Railpass für drei Wochen besorgt und auch fast täglich genutzt. Zugfahren in Japan ist angenehm: die Züge fahren pünktlich, sind sehr sauber und vor allem Shinkansen fahren ist Erholung pur. Superschnell, jede Menge Beinfreiheit und drehbare Sitze. Wir haben uns bis auf einmal immer (kostenlos) Plätze reserviert, auf den Bahnsteigen ist immer deutlich markiert, wo welcher Wagen hält und generell ist es fast unmöglich, damit nicht klar zu kommen. Das einzige was verwirrend war, waren die teilweise riesigen Bahnhöfe mit zig Ausgängen. Aber auch dort ist alles ausgeschildert (auch auf Englisch) und wenn man weiß, wo man hin muss, dann findet man das auch. Man sollte sich zum Beispiel merken, an welchem Ausgang die Schließfächer für die Koffer sind, dann spart man sich ein paar verwirrte Runden durch und um den Bahnhof in Kyoto…

Kurama

Diese Bahn brachte uns von Kurama zurück nach Kyoto

…das Budget

Essen aus Convenient Stores (Family Mart, Lawson’s, 7Eleven) und Supermärkten: gut und günstig, vor allem Sushi. Eintrittspreise zu Tempeln etc.: angemessen. Auch Preise für Souvenirs haben mich nicht erschüttert. Generell würde ich sagen, dass es nicht viel teurer ist, als in anderen Ländern. Klar ist Japan nicht vergleichbar mit südostasiatischen Ländern wie Vietnam oder Thailand, aber ich vermute, dass drei Wochen in den USA genauso teuer oder sogar teurer gewesen wäre. Flüge nach Tokio gibt’s für rund 600 Euro, der Railpass für drei Wochen kostet ca. 500 – dafür braucht man keinen Mietwagen und reist sehr komfortabel. Übernachtungen lagen bei uns bei im Schnitt 110 EUR / Nacht für 2 Personen, aber es wäre auch günstiger gegangen, wenn man es drauf angelegt hätte. Geld abheben ging easy in jedem 7-Eleven mit Visacard (z.B. kostenlos von der DKB)* oder der Mastercard. ein bisschen Bargeld für die erste Zeit hatten wir vorher getauscht und dabei.

Schneeaffen, ohne Schnee und bei sommerlichen Temperaturen – da hätte ich auch nicht in der heißen Quelle gebadet

…es in den Städten

sauber und ruhig. Kaum irgendwo darf geraucht werden und nirgendwo liegt Müll – obwohl es kaum Mülleimer gibt. Vor allem in Tokio fanden wir es sehr leise – auch an großen stark befahrenen Straßen. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Autos hier mit Hybridantrieb fahren. Superleise! Außerdem ist alles ordentlich: Schlangen an den Rolltreppen und an den U-Bahn-Einstiegen muten britisch an, in Geschäften ist alles hübsch in kleinen Päckchen verpackt und sowieso ist alles niedlich / stylisch / süß oder verrückt. Richtig laut ist es allerdings in den Pachinko (Glücksspiel mit Kügelchen) Hallen und in allem, was irgendwie Vergnügungspark ist. Deswegen war der Besuch im Universal Theme Park auch eher anstrengend – Dauerbeschallung. Natürlich gibt es auch in Tokio laute und wuselige Gegenden (die berühmte Kreuzung in Shibuya oder im Stadtteil Akihabara), aber ich empfand die Stadt trotz ihrer Größe als übersichtlich und entspannt.

einer von tausenden Greiferautomaten in Asakusa (Tokio)

Schön bunt in Akihabara

Tokio von oben – spektakulärer Blick vom Skytree

Und jetzt will ich am liebsten sofort wieder zurück…
P.S.: allgemeine Tipps zur Planung einer Fernreise, what’s in my hangebag und Tipps zur Reiseapotheke
P.P.S.: Hier ist mein Post zu Halloween in Japan zu finden

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