Meine not-to-do-Liste mit 35

Mir passiert es tatsächlich ab und an, dass ich nochmal nachrechnen muss, wie alt ich denn jetzt eigentlich bin. Ab heute ziemlich genau Mitte 30 bin ich jetzt, immerhin besser als mit 33 und 34, wo man ja vielleicht noch mit einem ganz schlechten Gewissen in die Versuchung käme sich als Anfang 30 zu bezeichnen. Dieses Jahr herrscht Klarheit: Mitte 30. Beim Aufstehen heute morgen tat mir zwar alles weh, aber das kann auch an einer unglücklichen Schlafposition gelegen haben.

Grundsätzlich mag ich mein Leben nach 30 ziemlich gern, da war der gröbste Mist überstanden und ich hab ziemlich viele tolle Reisen gemacht. Jedenfalls mehr und spannendere als in meinen Zwanzigern.

Ich hab ja früher mal (ich habe nachgeguckt, es war genau EIN Mal) zum Geburtstag Fakten über mich gepostet – das hatte ich bei Fee gesehen und fand das immer so reizend, dass ich mich direkt drangehängt habe. Nun fielen mir aber partout keine 35 neuen Dinge über mich ein, die ich euch erzählen könnte. Und wenn, dann wären da nur langweilige dabei. Zum Beispiel, dass ich es nicht leiden kann, wenn Kinder und vor allem Babys in Werbespots den Text sprechen. Oder dass ich nicht in Microfaser Bettwäsche schlafen kann. Also lassen wir das mit den Fakten lieber.

Deswegen kommt hier stattdessen eine Liste mit Dingen, die ich mit 35 nicht mehr tun möchte:

  1. Mein Büro Mittagessen immer auswärts besorgen. Wir haben keine Kantine und bisher war ich immer zu faul, mir was von zuhause mitzubringen. Ist aber günstiger und gesünder. Also versuche ich das jetzt mal 2x pro Woche)
  2. Mein Essen so schnell in mich reinschaufeln, dass man meinen könnte, es ginge um Zeit. Und vielleicht nicht IMMER ALLES aufessen. Während ich das schreibe habe ich übrigens gerade Bauchschmerzen, weil ich den ganzen Tag achtlos Schokobons in mich gestopft habe. Die machen nicht glücklich, kann ich euch sagen.
  3. Abends als letztes und morgens als erstes auf mein Handy gucken. Das Schlafzimmer ist jetzt digitalfreie Zone, ich habe einen Wecker bei dem ich mich wegen des gruseligen Wecktons nicht mehr traue zu snoozen und mein Handy lade ich im Wohnzimmer auf.
  4. Zwischen zwei Stadtteilen pendeln und ständig jede Menge Zeug mit mir rumschleppen. Da ich immer Glück habe mit Wohnungen, bin ich auch dieses Mal optimistisch.
  5. Ideen nicht umsetzen. Ich würde gern mal was zuende bringen, bevor mir auf halber Strecke schon die nächste Idee kommt, was dazu führt, dass ich nix zuende bringe oder bei einer Sache mal am Ball bleibe.
  6. Abschminken ausfallen lassen. Nie wieder!
  7. Fotos aus Festplatten und Speicherkarten versauern lassen. Ich starte vielleicht mal damit, ein Japan-Fotobuch zu erstellen. Problematisch: ich habe meine Fotos inzwischen zwar schon auf 500 runtersortiert, aber so wird das ein ziemlich dickes Fotobuch. oder ich schmeiße noch ein paar Bilder raus. Oder eine Mischung aus beidem.
  8. Nix mit den Händen tun. Es ist wirklich ein Jammer. Ich kann leidlich stricken, häkeln und nähen und doch hab ich davon im letzten Jahr NIX gemacht. Gut, ich habe immerhin ein Reisetagebuch gezeichnet, aber für textiles Werken gab es ein Ungenügend.
  9. Die Yogamatte ausrollen. Es ist ja leider so, dass ich, seit ich nicht mehr gegenüber eines Yogastudios wohne, kein einziges Mal Yoga gemacht habe. Also möchte ich gern dieses Jahr zuhause wieder anfangen und üben bevor ich mich damit wieder unter Leute traue.
  10. Mit dem Friseurbesuch warten, bis es nicht mehr anders geht. Letztes Jahr war ich immerhin zwei mal, vielleicht komme ich dieses Jahr auf drei mal.
  11. Ständig einkaufen gehen. Und mit einkaufen meine ich Supermarkt. Ich muss das mal besser auf die Reihe kriegen, Mahlzeiten und Einkäufe zu planen. Eigentlich bin ich gut im Planen, deswegen muss ich das jetzt mal angehen. Und das mit der Pendelei zwischen den zwei Stadtteilen ist zwar eine gute, aber auch nur eine Ausrede.
  12. Handygames. Ich weiß, dass ich da leicht suchtanfällig bin und Gott sei dank gab es zu Schul- und Studienzeiten noch keine Smartphones. Das wäre mein Untergang gewesen. War so schon schlimm genug. Erinnert sich noch jemand von euch an Yetisports? Das wäre meine 1 im Studium gewesen. Ich hab jedenfalls schon die beiden fiesesten Spiele vom Handy gelöscht. Jetzt gibt es (fast) nur noch Quizduell, da lernt man wenigstens noch was.
  13. Facebook-Kommentardiskussionen verfolgen
  14. Den Stapel ungelesener Bücher ignorieren und stattdessen immer neue Bücher kaufen. Hier liegen aktuell sechs Bücher, die noch gelesen werden wollen. Und das sind nur die, die ich sehen kann. Wer weiß, was das noch auf dem Kindle schlummert. Außerdem möchte ich in diesem Lebensjahr nicht nur alle ungelesenen mal angehen, sondern auch alle Harry Potter Bände nochmal lesen. Dafür ist man nie zu alt.
  15. Mich über das Wetter ärgern. Ich kann es ja doch nicht ändern.

So, das waren jetzt zwar keine 35, aber immerhin 15 Punkte.

Ich warte jetzt auf den Mann, mixe uns gleich einen Gin & Tonic und freue mich auf einen sehr gemütlichen Abend. Mit 35 ist es nämlich (wie in jedem anderen Alter auch) total ok, alle Pläne abzusagen und stattdessen faul zuhause abzuhängen. Cheers!

 

10 Kommentare

  • Nele sagt:

    Das ist eine sehr gute Idee! Einigen Punkten könnte ich mich anschließen (2, 3, 7, 8, 13 und vor allem 14, uaaaah!), an der Sache mit dem Einkaufen arbeiten wir und kommen mit einem Essensplan ganz gut zurecht. Das Problem ist nur, den Essensplan auch regelmäßig zu machen! ;-)
    Happy Birthday nachträglich!

  • Verena sagt:

    Haha, da kommt mir doch einiges bekannt vor :D
    Was die Punkte 1 und 11 angeht, probiere ich mich ja gerade im Meal Prepping, d.h. ich koch tatsächlich vor für die Woche – also wenigstens 3 – 4 Tage. Wir haben zwar eine Kantine, aber da esse ich immer zu viel, deshalb war ich da schon ewig nicht mehr. Vielleicht mach ich da mal einen Post zu; hab aber auch erst die erste Woche rum. Ist zeitsparend (morgens!), man kann seine Mahlzeiten planen (wenn man auf irgendwas achten oder abnehmen will) und kann besser einkaufen.
    Dass mit der Handy-/SocialMedia-Sucht, den Ideen, Friseur und Sport kenne ich allerdings auch…

    • Verena sagt:

      Happy Birthday nachträglich übrigens auch noch! Ich werde nächsten Monat 36, vielleicht gibt es noch Hoffnung :D

      • andrea sagt:

        Dankeschön für die Glückwünsche! Und bitte ein Post zu deinem Meal Prepping. Das hört sich auch so schön fancy an! Nach einer Woche hab ich es immerhin schon auf die geplanten zwei Mal was von zuhause mitbringen geschafft :)

  • Alles Gute nachträglich! Ohja, den ein oder anderen Punkt könnte ich auch noch auf meine 2017 Liste schreiben… Im Sommer mache ich mal eine Zwischenbilanz, da werde ich 33. :) Der Wocheeinkauf klappt bei uns seit mehreren Jahren gut. Spart Zeit und Supermarktfrust.

    • andrea sagt:

      Dankeschön :)
      Ach, 33, das waren noch Zeiten…
      Ja, das mit dem Einkaufen… irgendwann krieg ich das auch noch auf die Reihe. Zumindest Büroessen zuhause vorbereiten klappt schon mal erstaunlich gut bis jetzt :)

  • Oh ja, bei so einigen Punkten kann ich mich anschließen, insbesondere 3, 5, 7 und 11.
    Das mit dem ständig einkaufen gehen hat sich erst in letzter Zeit, in der ich viel mit dem Fahrrad unterwegs bin und somit nur begrenzte Mitnahmemöglichkeiten habe, eingebügert…
    Eine Kantine zu haben ist Fluch & Segen zugleich. Unsere ist nicht wirklich toll, seeeeehr fleischlastig. Klar ist es praktisch, wenn man sich nicht jeden Tag selbst um Mittagessen kümmern muss, aber man isst auch oft Sachen, weil es sie halt gerade gibt. Ich würde sonst nie so viel Fleisch essen, zuhause koche ich ja oft vegetarisch. In letzter Zeit versuche ich, mal wieder öfter selbst zu kochen und dann was mitzunehmen, aber ich finde, vieles ist auch nicht so mitnehm- und Mikrowellentauglich.

    Zu Punkt 4 – ihr wollt zusammen ziehen? Oder sind eure einzelnen Wohnungen so groß, dass der eine bei dem anderen einziehen könnte? Ich wünsche auf jeden Fall viel Glück für die Wohnungssuche!
    Bzgl. Yoga: Ich habe mal n bisschen bei Youtube geguckt, Yoga with Adrienne wirkte ziemlich sympathisch. Ich finde nur Sport zuhause, vorm Laptop, machen irgendwie doof. Sonst würde ich das glaub ich regelmäßiger nach ihren Videos machen!

    Liebe Grüße und viel Erfolg beim umsetzen deiner Not-To-Dos :-)
    Denise

    • Andrea sagt:

      Dadurch, dass wir keine Kantine haben und mein Büro in der Hafencity ist gehen die Mittagspausen teilweise richtig ins Geld. Ich bin dran!

      Zu Punkt 4: Ja. ein paar Wohnungen haben wir schon besichtigt (eine der aktuellen Wohnungen zu zweit bewohnen kommt nicht in Frage) aber noch hat es nicht zu 100% gepasst. aber das wird schon noch :)

      Adrienne hatte ich auch mal auf dem Zettel. Ich würde vermutlich auch ohne Anleitungen noch gut was zustande bekommen, schließlich hab ich das lange genug in Kursen geübt. Naja, ich bin optimistisch, dass ich es bald mal wieder in Angriff nehme.

      Liebe Grüße! :)

  • […] meinen Vorsätzen gibt es folgendes zu berichten: ich habe ein Fotobuch erstellt. Es gab eine Rabattaktion bei blurb […]

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