Krakau 1 – durch die Altstadt

Egal wem ich erzählt habe, dass ich nach Krakau fahre – es kamen immer die gleichen zwei Reaktionen. Entweder: „oh, cool!“ oder „warum das denn??“. Die Oh-Cool-Reaktionen kamen überwiegend von Leuten, die schon einmal in Krakau waren, und die waren in der Unterzahl. Deswegen muss ich hier mal eine Lanze für Krakau brechen.

Krakau ist super, weil:

  • zumindest unter der Woche sehr wenig Touristen unterwegs sind
  • man gut hinkommt (z.B. mit Easyjet ab Hamburg)
  • man günstig unterkommen kann (in meinem Fall in einer Airbnb**** Wohnung)
  • man richtig viel lernen und Geschichte hautnah erleben kann
  • die Polen richtig guten Kuchen backen
  • es Pierogi in ca. hundert verschiedenen Sorten gibt
  • das polnische Bier sehr gut schmeckt
  • in Krakau mehr junge Leute unterwegs sind als Rentner
  • es viel zu entdecken gibt

Krakau ist, was du draus machst. Wenn du ein Wochenende billiges Bier in urigen Kneipen trinken willst, geht das genau so, wie Geschichte zu erleben und viel zu lernen. Zusätzlich kann man in Krakau sehr gut essen gehen und sich die Kaffeepausen mit köstlichen Kuchen versüßen. Fans von Street Art kommen genauso auf Ihre Kosten, wie Fans von Kirchen und hübschen Stadthäusern. Wer wie ich angezogen ist von abblätternden Altbauten und halbverfallenen Gebäuden, für den ist Krakau auch ein gutes Reiseziel.

Ratten der Lüfte

Marktplatz Krakau

Tuchhallen Krakau

Universität Krakau

Die Altstadt
Besonders bemerkenswert fand ich, dass Shopping, wie man es von den meisten europäischen Großstädten kennt, in Krakau nicht statt findet. Es gibt zwar ein paar Läden (viele davon verkaufen Souvenirs), aber man sieht in der Alstadt und im jüdischen Viertel keinen Esprit, H&M, usw. nebeneinander. Die gibt es alle, sind aber ausgelagert in Shopping Malls. Direkt beim Bahnhof ist die Galeria Krakowska, da gibt es alle möglichen Shops. In der Stadt selbst gibt es nur vereinzelt Läden von großen Ketten. In der Altstadt ist zum einen der große Marktplatz (Rynek Główny) mit der Marienkirche und den Tuchhallen sehenswert. Aus der Marienkirche kommt immer zur vollen Stunde ein Trompeter, der in alle Himmelsrichtungen ein Stück trompetet, das sollte man sich nicht entgehen lassen.* Um die Altstadt herum führt ein Grüngürtel. Der schmale Park macht zum einen die Orientierung recht einfach, zum anderen ist es eine nette und entspannte Art von A nach B zu kommen. Auf dem Weg zur Universität sollte man den Innenhof des Collegium Maius und den Garten des Professors bewundern (Achtung, nur bis 14:00). Wir haben außerdem noch einen Blick in die Uni selbst geworfen: ein wunderschönes Gebäude – vor allem von innen sehr hübsch (Fliesenfans kommen auch auf ihre Kosten). Im nächsten Leben studiere ich in Krakau :)

Collegium Maius

Auf dem Weg zum Wawel kommt man an netten Kirchen vorbei, außerdem am Bischofspalast, wo eine von unzähligen Statuen von Papst Johannes Paul II steht. Angeblich gibt es von ihm in Polen mehr Statuen als in Nordkorea von Kim Jong-Il**.

Take me to church

Zombie JP2

Auf dem Wawel kann man sich dann die total zusammengewürfelte Kathedrale ansehen – hier durfte wirklich jeder Baustil mal ran. Man kann reingehen, das kostet auch erstmal nix. Allerdings ist der Ausblick vom Wawel über die Weichsel für mich spannender gewesen. Am Fuße des Wawel ist eine häßliche Drachenstatue, die alle 3 Minuten echtes Feuer spuckt. Weil sie echt nicht schön ist gibt es davon kein Foto. Aber die Legende des Drachens ist irgendwie schön und auch die kleinen Plüschdrachen, die überall in der Stadt verkauft werden, sind irgendwie niedlich.

Auf dem Wawel

Auf dem Wawel in Krakau

Drachen in Krakau
Jede Stadt*** lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Krakau auch, und das bietet sich auch deswegen an, weil man zu Fuß ganz gut überall hin kommt. In den 6 Tagen bin ich knapp 100 km zu Fuß gegangen. Um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen und ein paar Hintergrundinfos zu erhalten empfehle ich euch die Free Walking Tours. Wir haben zwei gemacht, eine durch die Altstadt und eine durch das jüdische Krakau. Unser Guide hat echt spannende Geschichten und Anekdoten erzählt, das war ein guter Start in den Aufenthalt in dieser schönen Stadt. Eine Tour dauert ca. 2,5 Stunden, die Touren finden jeden Tag statt, für die Uhrzeiten am besten nochmal die website checken, da diese je nach Jahreszeit variieren. Es gibt auch eine Food Tour, die haben wir (zwei Vegetarier) allerdings ausgelassen. Wobei man auch als Vegetarier in Krakau sehr gut satt wird, aber dazu ein anderes mal mehr. Die Touren kosten nichts (außer Trinkgeld nach eigenem Ermessen).

Das war jetzt der erste Krakau Post mit Altstadt und Wawel, ich erzähle demnächst mehr über Essen, Streetart und das jüdische Viertel!

 

*Bei der Stadtführung bekommt ihr dann auch die Legende zum Trompeter erzählt.
**sagte unser Guide. Ich konnte das leider nicht eindeutig verifizieren.
***okay, ich sollte das relativieren. In Südostasien ist das teilweise nicht ganz ungefährlich, zum Beispiel im Fall von Ho Chi Minh City
****dies ist ein Referal-Link – wenn ihr euch darüber anmeldet, dann erhaltet ihr ein Reiseguthaben für eure erste Buchung (und ich auch, für meine nächste)

 

 

 

 

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