Kate Tempest!

„The world is the world but it is all how you see it – One man’s flash of lightening ripping through the air is another’s passing glare, hardly there.“

Gestern war ich durch Zufall und glücklichen Umständen bei einem grandiosen Konzert. Kate Tempest sagte mir bis vor ein paar Wochen gar nichts, als mir ein Bekannter das Konzert im Molotow vorschlug. Irgendeine Tante von der Zeit zog einen Vergleich zwischen ihr und Julia Engelmann (Ihr wisst schon, „Eines Tages, Baby, werden wir alt sein…“), da hatte ich eigentlich schon gar keine Lust mehr, überhaupt reinzuhören.

Hab ich aber glücklicherweise doch getan und war sofort total begeistert. Von den Texten, von Kate’s South-London Accent und von den Beats zu den Texten. Also hörte ich das Album „Everybody Down“ rauf und runter und freute mich irre auf das Konzert. Etwa vor einer Woche fragte ich eine Freundin, ob sie auch mitkommen will. „Würde ich schon, aber ist ja ausverkauft“ war ihre Antwort. AAAAAAAH, Panik! Was soll ich sagen, der Anruf beim Ticketdealer meines Vertrauens lief folgendermaßen ab:

ich: „Wie siehts denn aus mit Tickets für Kate Tempest?“
er: „Sold out.“
ich: „Ach, f*ck, sch**ße,♠✘☠↯★, Menno!!“
er: „Aber zwei hab ich noch.“
ich: „♥ ♥ ♥ ♥ ♥! Ich bin in einer halben Stunde da!“

Ich hab mir also den restlichen Tag ein Bein abgefreut, verständlich, oder?

Gestern war es dann so weit. Im restlos ausverkauften Molotow war es erstaunlich einfach, einen guten Platz in der ersten Reihe zu bekommen (Profitipp: gleich da hin stellen und nicht mehr weg gehen.) und so konnte ich auch noch bestens beobachten, was Kate und Band auf der Bühne so veranstaltet haben. Kate war, wie in ihren Videos auch, komplett natürlich und ungeschminkt und griff sich erst einmal ans Herz, als sie die begeisterte Menge im Molotow sah (Awww!).

Kate Tempest Molotow

Und dann ging es los, mit Power, mit Wut, mit schlauen Texten und kräftigen Beats. Die Scheiben im Molotow beschlugen und das Publikum war begeistert und bewegungsfreudig. Am Ende rief Kate, die sich zwischendurch immer wieder bedankte (This is my first ever headline tour, I’m living the dream, thank you so much!) noch zu mehr Empathie für eine bessere Welt auf. Den Abschluss machte Sie mit dem Gedicht Renegade.

Mein Lieblingstext ist die Personenbeschreibung von Dale (Dale was Pete’s Mum’s new boyfriend’s son) in „A Hammer“:

He had a mouth that was too small for his tongue
Teeth like a ladder that was missing a rung
Chin looked like it was trying to run
He had a laugh like a car crash
Eyes like… Pot holes in tarmac
Complexion the colour of chewed up bar snacks

Kate Tempest und Band Molotow Hamburg

Kate sagte zwischendurch, dass das gestern die beste Show der Tour sei. Glaub ich gern, ich fand es jedenfalls gradios, meine hohen Erwartungen wurden komplett erfüllt!

5 Kommentare

  • Nike sagt:

    Da geht ja wirklich so richtig was & den Akzent hätte ich nie dignostizieren können, aber saucool finde ich ihn auch!
    Grüße zu Dir,
    NIke

  • […] Ein Tag später dieses Hammer Konzert. […]

  • […] du Milchi-Milchi eingepackt?”). Ich setze mir die Kopfhörer wieder in die Ohren und lausche Kate Tempest bei wütendem Sprechgesang, genau das richtige […]

  • […] gehört. 02. Colorless Tsukuru Tazaki and His Years of Pilgrimage* – der neuste Murakami 03. Kate Tempest 04. Moscow Mule 05. Dieser Herbst in Hamburg! Mit rund 150 Kilometern an Spaziergängen 06. veganer […]

  • […] Das beeindruckendste Buch? Ich kann mich beim besten Willen nicht auf eines beschränken. Hier kommen also meine Favoriten: Wir haben Raketen geangelt (Amazon Partnerlink) Auch wenn ich eigentlich kein Fan von Kurzgeschichten bin, diese Erzählungen von Karen Köhler haben mich sehr begeistert. Leseempfehlung! Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Amazon Partnerlink) – Der dritte Meyerhoff. Auch wenn ich die beiden anderen noch einen Ticken besser fand, so ist das doch ein großartiges Buch, dass ich sehr sehr gern gelesen habe. A Little Life (Amazon Partnerlink) An dieser Stelle eine Warnung. Das Buch ist super geschrieben und wirklich mitreißend, aber in Stellen so schrecklich, dass ich es zwischendurch weglegen und etwas sehr leichtes dazwischen lesen musste. Die Themen, die behandelt werden, sind nix für zarte Gemüter, deswegen keine ausdrückliche Empfehlung. The Girls (Amazon Partnerlink) Hab ich schnell weggelesen, sehr gut geschrieben, interessantes Thema, Empfehlung! The bricks that built the houses (Amazon Partnerlink) von Kate Tempest. Ich habe ihr erstes Album rauf und runter gehört, deswegen war das Lesen des Romans ein besonderer Genuss. Die Charaktere finden sich wieder, auch ganze Songtextzeilen. Die Geschichte fügt sich zusammen. Sehr gern gelesen, sie hat es einfach drauf, die gute Kate. […]

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