Falscher falscher Hase – veganer Hackbraten!

Nach den köstlichen Speisen im Istanbul-Kurzurlaub war mir im kalten Deutschland nach etwas wirklich Deftigem. Ich hatte Fleischgeschmack-Fantasien! Ich esse ungern Tiere, aber mir schmeckt Fleisch. Zum Glück vertrage ich Gluten und zum Glück gibt es das wunderbare Zeug Seitan. Man kann damit und mit allerlei Gewürzen nahezu jedes Fleischgericht nachbauen. Warum also nicht mal ein vegetarischer & sogar veganer Hackbraten! Das Grundrezept stammt von hier, wir haben leichte Anpassungen vorgenommen und ich schmeiße noch mein supergutes Soßenrezept dazu – perfekte Ergänzung!

1.) Plant genügend Zeit ein. Der Braten braucht 2 Stunden in der Röhre und etwa eine viertel bis halbe Stunde Zubereitungszeit, je nachdem wie schnell ihr schnippeln könnt oder wie gut sortiert euer Gewürzschrank ist.

2.) Nicht schüchtern sein beim Würzen. Seitan an sich schmeckt nach nix,  gewürzmäßig hilft viel auch viel, nur beim Salz lieber zurückhalten, durch die Sojasauce und die Gewürzmischungen benötigt man kein extra Salz.

3.) Konsistenz und Geschmack sind unglaublich echt! Probiert es aus!

4.) Durch die lange Zeit im Ofen scheint das Gericht sehr aufwendig, der Braten lässt sich aber gut vorbereiten. Am nächsten Tag dürfte er nämlich nochmal warm gemacht vielleicht sogar noch besser schmecken.

5.) Bei der Soße lohnt es sich, wenn ihr euch statt fertigem Soßenpulver Zeit nehmt. Der Braten muss ja eh lange in den Ofen, da könnt ihr wunderbar in der selben Zeit die Soße zubereiten. Das meiste funktioniert auch ohne Aufsicht.

veganer Hackbraten - gut die flüssigen Zutaten und die Gewürze verrühren veganer Hackbraten - Seitan und Semmelbrösel unterrühren

Veganer Hackbraten - auf einem Backpapier platzieren veganer Hackbraten - in Form bringen

veganer Hackbraten - fertig zum Auswickeln veganer Hackbraten - Anschneiden
veganer Hackbraten - guten Appetit veganer Hackbraten - sehr satt

Ihr benötigt für einen ordentlichen veganen Hackbraten, von dem mindestens 2-3 Menschen sehr satt werden und der sehr glücklich macht, folgende Zutaten:

  • 200 Gramm Seitan-Fix (oder Glutenpulver oder Seitanpulver, zu bestellen zum Beispiel hier)
  • 4 EL Semmelbrösel
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 -3 TL Grillsteak oder Gyros-Gewürz
  • 1 TL Hefeextrakt (aus dem Reformhaus oder auch hier bestellbar. Falls ihr aus England oder Australien Marmite bzw. Vegemite zuhause haben solltet, könnt ihr das verwenden)
  • 2 EL Knoblauchgranulat
  • 2 TL Senf
  • 1 große Zwiebel
  • 300 ml Wasser
  • 80 ml Öl

Seitanfix und Semmelbrösel in einer Schüssel mischen und in einer anderen Schüssel die restlichen Zutaten verrühren. Die Seitan-Semmel-Mischung unterrühren bis sich alles zu einem schönen Teig verbunden hat. Eine Lage Backpapier auslegen und die Masse darauf verteilen und mithilfe des Backpapiers in eine Bratenform drücken und zufalten. das Päckchen nun doppelt in Alufolie einwickeln und in eine Auflauf-Form (oder eine Kastenform) setzen. Den Ofen vorheizen und auf der mittleren Schiene 2 Stunden bei 200 Grad backen.

In der Zwischenzeit könnt ihr die Soße ansetzen:

  • 15 Gramm getrocknete Steinpilze und das Einweichwasser
  • 1 Zwiebel
  • 2 Möhren
  • 1 Knoblauchzehe
  • etwas Tomatenmark
  • 3/4 Liter Gemüsebrühe
  • veganer Rotwein
  • Pfefferkörner
  • 2 Lorbeerblätter
  • ein Schuss Sojasauce
  • 1 EL Zucker
  • Thymian
  • Olivenöl
  • 2 EL Sahne (Soja- oder Hafersahne am besten)
  • Einige Champignons (für später)

Die Steinpilze in einer kleinen Schüssel in heißem Wasser etwas einweichen. In der Zwischenzeit Zwiebel, Karotten und Knoblauch fein würfeln. In einem Topf Öl erhitzen und Zwiebel, Karotte und Knoblauch anbraten. Tomatenmark zugeben, mit Sojasauce und Zucker ablöschen, einen guten Schluck Wein zugeben und etwas einkochen lassen. Dann die eingeweichten Steinpilze mitsamt dem Wasser dazugeben und mit etwas Gemüsebrühe auffüllen. Alle Gewürze zugeben Das köchelt dann parallel zum Hackbraten eine ganze Weile vor sich hin. Schaut ab und zu mal nach und gießt mehr Brühe dazu.

Wenn es dann dem Ende zu geht die Champignons in Scheiben schneiden und in Öl anbraten, beiseite stellen. Die Soße durch ein Sieb in einen anderen Topf abgießen und das herausgesiebte Gemüse mit dem Pürierstab fein pürieren (vorher die Lorbeerblätter herausfischen). Davon etwa 3 EL (oder bis euch die Soße dick genug ist) zurück zur klaren Soße geben und unterrühren. Mit der Sahne verfeinern und nochmal abschmecken. Durch die Brühe und die Sojasauce braucht ihr vermutlich kein Salz mehr, falls doch wäre jetzt eine gute Gelegenheit zum nachsalzen. Die Champignons zur Soße geben.

Den Braten auswickeln, noch kurz ruhen lassen und dann in Scheiben geschnitten mit Soße übergießen und Beilagen nach Wahl reichen. Sehr gut passen zum Beispiel Kartoffelstampf und Rotkohl. Macht euch ein Bier auf und lasst es euch schmecken. Guten Appetit!

 

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Da ich fotografieren und die Soße zubereiten musste, habe ich das „Hackbraten“ machen dem Mitkocher überlassen – falls ihr euch gewundert habt: die haarigen Hände sind nicht meine… ;)

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