Ein sonniges Wochenende mit Besuch inkl. Hamburg-Schönwetter-Guide

Ich neige ein bisschen dazu, alles voll zu packen, wenn sich Besuch ansagt, soll sich ja bloß keiner langweilen. Vergesse immer, dass das auch ganz schön anstrengend werden kann, aber egal, wir sind ja noch jung*. Da ich neulich in den Kommentaren gefragt wurde, was für fabelhafte Dinge ich mit meinem Besuch unternehmen würde: hier eine Anleitung für ein vollgepacktes Schönwetter-Wochenende in Hamburg. Ich hatte noch mehr geplant, das wurde allerdings nix, wir mussten ausschlafen :)

Freitag Abend:
Hot, hot, hot! Mehr als 30°C, und das in Hamburg… Trotzdem war ich mit meinem Besuch auf dem Dom (keine Kirche, sondern „das größte Volksfest des Nordens“) zum Riesenradfahren (von oben runtergucken, da steh ich ja total drauf) und Schoko-Erdbeeren essen. Total gut: Dank der Hitze war nicht viel los und aufm Riesenrad war die Temperatur ganz angenehm. Danach gings direkt weiter zum Knust, wo später Kristofer Åström und Golden Kanine spielen sollten. Ich war überrascht, wie voll es trotz der Hitze doch war und habe größten Respekt, wie gut die Bands durchgehalten haben. Schönes Konzert! Danach ging es allerdings durch die laue Sommernacht direkt nach Hause, nach einer harten Arbeitswoche war für mich die Grenze erreicht*

Konzert HH Riesenrad Dom

Samstag:
Gemütliches Frittagessen** in Wandsbek. Fußläufig von mir zuhause zu erreichen gibt es im Café May bis 15 Uhr Frühstücksbuffet, das kam uns entgegen, denn wir hatten schön lange ausgeschlafen. Durch das lange Ausschlafen war der einzig fixe Programmpunkt für Samstag eine Hafenrundfahrt – aber nicht irgendeine, sondern die Happy Hour Fahrt mit der Frau Hedi. Geht zwei Stunden, kostet 5 Euro pro Nase, es gibt Bier und Fritz-Getränke und chillige Elektromucke an Bord und ein Verbot für JunggesellInnen-Abschiede. Das war richtig super! Wer das auch machen möchte: ne halbe Stunde vorher da sein empfiehlt sich. Danach gings weiter ins Karoviertel, ich wollte ja schon immer mal ins Peacetanbul. Das war super (die schlechten Qype Bewertungen für den Service kann ich nicht nachvollziehen, der Kellner hat mich ganz hervorragend beraten und mir sogar zum normalen Vorspeisenteller geraten statt dem großen, an dem er mehr verdient hätte. Das hat auch tatsächlich gereicht und war köstlich). Außerdem gibt es im Peacetanbul die weltbesten Speisekarten, man kann nett draußen sitzen und es gibt Staropramen vom Fass.
Bisschen Platz für Nachtisch war auch noch: bei Schmidt Eis am Latte Macchiato Strich Schulterblatt kann ich sehr die Sorte Texas Farm Boy empfehlen (Erdnussbuttereis FTW!).

Hafen Heino Hedi Eis

Sonntag:
So richtig tourimäßig auf dem Fischmarkt in den Tag gestartet – allerdings in der Luschenvariante (Wecker stellen statt Durchmachen). Der Besuch hat sich Fischbrötchen einverleibt, ich begnügte mich mit frischem O-Saft und Cappuccino. Von letzterem konnte ich den letzten Schluck sogar noch gegen eine Mango tauschen. (Wäre ich ein Kerl gewesen, hätte das niemals geklappt…) Jedenfalls weiß ich jetzt wieder, warum ich so selten auf dem Fischmarkt bin… Anschließend konnte ich auch ein bisschen Sport ins Programm mogeln: wir haben uns ein paar Stadträder geschnappt und sind nach Övelgönne gefahren, also an den Hamburger Strand. Da gabs dann erstmal ein Frühstück im Ahoi, das war super. Die machen auch schon um neun auf, da schlafen die nebenan in der Strandperle noch. Wenn man unbedingt ein Haar in der Suppe finden möchte, dann könnte man sich über die Brezelpreise ärgern (aber Hamburg und Brezeln ist eh ein schwieriges Kapitel und die Brezel war zumindest recht gut). Man konnte schön sitzen und Schiffe gucken und Kaffee trinken und die Füße in den Sand stecken, das war traumhaft. Als die Sonne rum kam und kein Schattenplatz mehr da war sind wir mit den Rädern weiter gefahren bis zum Leuchtturm Blankenese. Sehr nett! Dann war es auch schon Nachmittag, als wir mit den Rädern wieder bei mir zuhause waren, nach einer kurzen Siesta ging es dann auch schon wieder weiter, kurz was essen und dann zum Zeise Open Air im Innenhof des Altonaer Rathaus. Nachdem ich es neun Jahre lang versäumt habe, in Hamburg ins Open Air Kino zu gehen (aber hey: die letzten Jahre waren entweder Wetter oder Filme an den in Frage kommenden Terminen mies), war das dieses Jahr schon mein zweiter Open Air Besuch. Und als ich schon nicht mehr dran geglaubt habe, konnte ich meinem Besuch dann doch noch einen Duttjungen zeigen (man muss also nicht bis nach Berlin fahren. Aber es gibt echt sehr wenige hier. Zum Glück).

Elbe Leuchtturm Ahoi Fischmarkt

*so jung dann doch nicht mehr
** Neudeutsch für „Brunch“

4 Kommentare

Sag doch was!

%d Bloggern gefällt das: