Bücher 01/17

Ich dachte, als Kontrastprogramm zu dem ganzen Trash TV erzähle ich euch heute mal, was ich alles so in letzter Zeit gelesen bzw. als Hörbuch gehört habe. Und das war einiges! Nicht alles super, aber überwiegend positiv und mit zwei ganz besonderen Perlen.

  • John Fante – 1933 war ein schlimmes Jahr
    Eine schnelle Lektüre für eine lange Zugfahrt oder einen verregneten Sonntag. Ich war vielleicht ein klein bisschen enttäuscht, weil ich mir nach den Begeisterungsstürmen im literarischen Quartett mehr erwartet hatte. Immerhin waren Maxim Biller und Christine Westermann mal einer Meinung. Ich fands ganz nett, aber mehr nicht. Übersetzt von Alex Capus, der schreibt selbst sehr schöne Bücher, das war ein Pluspunkt. Ich weiß nicht, ob es an der Kürze lag, aber irgendwas fehlte mir hier, vielleicht wären 200 Seiten mehr nicht schlecht gewesen, so ließ es mich ein wenig ratlos zurück. Nichts, was ich weiterempfehlen würde, aber ganz furchtbar fand ich es auch nicht. 1933 war ein schlimmes Jahr (Amazon Partnerlink)
  • Tilmann Rammstedt – Morgen mehr
    Auch diese Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und es wird auf keiner Seite langweilig. Ich hatte immer Lust weiter zu lesen und zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht. Außerdem ist es sehr witzig, weil Tilman Rammstedt eben einfach sehr witzig schreiben kann. Doch, eigentlich fand ich es sehr gut. ABER: für mich nichts, was bleiben wird (im Gegensatz zum Benedict Wells). Aber für Zwischendurch sehr unterhaltsam. Morgen mehr (Amazon Partnerlink)
  • Emanuel Bergmann – Der Trick
    Habe ich als Hörbuch gehört und ich muss auch sagen, dass ich sehr begeistert war, wie gut Stefan Kaminski mir die Geschichte vorgelesen hat. Eigentlich sind es zwei Geschichten, nämlich die  von Mosche Goldenhirsch, die im Prag der 30er Jahre beginnt. Und die vom kleinen Max, dessen Eltern gerade im Begriff sind, die Scheidung einzureichen – in Los Angeles im 21. Jahrhundert. Für mich hat der Genuss eines Buches mehr mit der Erzählweise, dem Schreibstil und den Charakteren zu tun als mit der Geschichte an sich. Wobei hier tatsächlich beides hervorragend zusammenpasst. Die Geschichte ist toll – unterhaltsam, spannend, bedrückend, rührend, fantastisch – da ist alles dabei. Der Trick (Amazon Partnerlink)
  • Benedict Wells – Vom Ende der Einsamkeit
    Die Hauptfigur Jules hat zwei Geschwister und ein behütetes Familienleben bis die Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Wie verändert so ein Ereignis das eigene Leben und was bedeutet das für die Beziehung zu den Geschwistern. Ein Buch über Trauer, Einsamkeit, Familie, Freundschaft und Liebe. Es ist ganz wunderbar geschrieben, ich wollte gar nicht aufhören zu lesen. Ein großer Genuss. Vom Ende der Einsamkeit (Amazon Partnerlink)
  • Daniel Glattauer – Geschenkt
    Habe ich ebenfalls als Hörbuch gehört. Mit Glattauers „Gut gegen Nordwind“ als Hörbuch habe ich mir eine Nacht um die Ohren geschlagen, weil ich nicht aufhören wollte, zuzuhören. Bei Geschenkt war das leider anders – mich hat die Story nicht gepackt, die Charaktere waren mir nicht sympathisch und ich fand die Erzählweise eher holprig. Irgendwie wollte ich dann doch wissen, wie es ausgeht, war aber auch froh, als es vorbei war. Geschenkt (Amazon Partnerlink) | Gut gegen Nordwind (Amazon Partnerlink)
  • Maxim Leo – Haltet euer Herz bereit
    Da ich ja selbst DDR-Hintergrund habe, aber bei der Ausreise meiner Eltern zu jung war um die DDR bewusst zu erleben, fand ich Maxim Leos Geschichte besonders interessant. Der Zusatz zum Titel lautet: Eine ostdeutsche Familiengeschichte. Ich habe es gern gelesen, weil mich der Inhalt interessiert hat. Der Erzählstil war allerdings nicht so meins – das war mir zu distanziert und zu kühl. Immerhin schreibt er über seine Eltern und Großeltern. Haltet euer Herz bereit (Amazon Partnerlink)
  • Haruki Murakami – Hear the Wind sing / Pinball
    Zwei Romane eigentlich, aber beide sehr kurz. Erstlingswerke von Murakami und quasi die Vorgeschichte zu „A wild sheep chase“. Eher was für Fans würde ich sagen. Ich hatte Spaß, aber ich bin auch Fan. Wer noch nie was von Murakami gelesen hat sollte vielleicht lieber mit „Kafka on the shore“ oder „Norwegian Wood“ anfangen. (Ich muss dazu sagen, dass ich mit der einen deutschen Murakami-Übersetzung so gar nichts anfangen konnte und deswegen daran festhalte, die englischen Übersetzungen zu lesen.) Hear the Wind sing / Pinball (Amazon Partnerlink)
  • Shaun Usher – More Letters of Note: Briefe für die Ewigkeit
    Habe ich als Hörbuch gehört. Unterschiedlichste Briefe (z.B. ein Brief an einen Fan, geschrieben von David Bowie oder ein Abschiedsbrief von Richard Burton an Elizabeth Taylor). Super für eine längere Autofahrt. Ich war nur nicht so begeistert von Atze Schröder als Vorleser, aber er liest nicht alle Briefe. Die anderen Sprecher fand ich alle gut. More Letters of Note: Briefe für die Ewigkeit (Amazon Partnerlink)

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