Kambodscha: Angkor Wat und Co. (1)

Ich bin spät dran, ich weiß. Aber ich musste erstmal meine Aufzeichnungen finden, meine Eindrücke sortieren und ein paar Dinge im National Geographic Art Guide „Angkor“ nachschlagen, den ich mir (zum Glück) von einem Händler im ersten Tempel für ein paar Dollar habe aufschwatzen lassen. Aber jetzt ist es so weit. Achtung: viele alte Steine!

Nach Siem Reap fährt man üblicherweise nur, um Angkor Wat zu besuchen. Und möglichst viele der anderen Tempel drum rum. Das sind ziemlich viele, da kann man schonmal den Überblick verlieren. Am besten informiert man sich also im Hotel, da können die einem auch zeigen, was mögliche Routen sind.

Ich bin am ersten Tag mit dem Rad Richtung Tempel gefahren. Und ich muss sagen, dass es sich wesentlich einfacher gestaltet, Teil des fließenden Verkehrs zu sein, als Fußgänger. Nur auf Geisterfahrer auf der Fahrradspur (naja, oder was man dafür halten könnte) sollte man aufpassen. Man fährt von Downtown Siem Reap etwa eine halbe Stunde und morgens sind die Temperaturen auch noch sehr angenehm. Weil ich erstens kein guter Frühaufsteher bin und zweitens keinen Bock auf Massenveranstaltungen habe, habe ich es vermieden mich zum Sonnenaufgang um den besten Platz für ein Foto vor Angkor Wat zu streiten. So traf ich also erst deutlich nach Sonnenaufgang am Vormittag dort ein – und es war gar nicht mal viel los. Die Meute war wohl schon weiter gezogen.

Angkor Wat Kambodscha

Der Vormittag ist scheinbar ne gute Zeit für Angkor Wat – leere Gänge finden sich nicht in allen Tempeln.

Angkor Wat Kambodscha

auch nach Sonnenaufgang voll schön – Angkor Wat.

Dort: treiben lassen, Treppen steigen, durch Gänge laufen, gucken und staunen. Angkor Wat ist der größte von allen und auch der, den jeder schon mal auf Fotos gesehen hat (meist vermutlich mit einem Sonnenaufgang im Hintergrund…), aber, um es gleich vorweg zu nehmen, nicht mein Lieblingstempel. Nach meinem Besuch bin ich dann weiter geradelt (und hab mich erst verfahren, aber zum Glück stehen an vielen Ecken die Kontolleure des Angkor Pass – dem Ticket zur Angkor World Heritage Site. Die sind wie alle Kambodschaner megafreundlich und erklären einem wo es zu welchem Tempel geht.) Drei Tage Zugang zu allen Tempeln kosten übrigens 40 $ – es gibt auch 1-Tages Tickets (20$), aber das lohnt sich nicht. Die schiere Menge der Tempel lässt das gar nicht zu, es sei denn man ist nur so mittelinteressiert. Dann kann man das natürlich so machen. Das drei Tagesticket kann man innerhalb einer Woche aufteilen, man muss also nicht an drei aufeinanderfolgenden Tagen Tempel gucken. Ich hab mir auf meinem im Hotel mitgenommenen Plan den Ta Prohm ausgeguckt. Auf dem Weg dorthin lag allerdings erst noch Banteay Kdei. Der ist ziemlich groß und ziemlich cool, vor allem in der „Halle der Tänzerinnen“ – dort kann man die prachtvollen Apsara Darstellungen an den Wänden bewundern.

Apsara Kambodscha

im Banteay Kdei.

Ta Phrom Tempel Kambodscha

Lara Croft Feeling im Ta Phrom. Fragt nicht, wie lange ich auf dieses Foto warten musste…

schnell noch gegenüber beim Srah Srang einen Blick auf das Wasserbecken geworfen und eine kühle Cola getrunken. Um das leibliche Wohl muss man sich übrigens keine Gedanken machen, denn es gibt bei vielen Tempeln Stände mit Getränken, Essen oder Merchandising. Bei manchen Tempeln nerven die, weil man auf dem Weg zum Tempel direkt dran vorbei muss. Das war aber die Ausnahme. Im Normalfall kann man in sehr freundlicher Gesellschaft ein „cold drink“ einnehmen und dann weiter Tempel gucken. Immer ein paar Dollar Noten in der Tasche haben am besten.

Weiter zum Lara Croft Tempel! Der war nun wirklich gar nicht mehr weit. Ta Prohm ist vor allem cool, weil ganz viele Bäume sich durch, über und an den Tempelmauern entlang ihren Weg gebahnt haben. Leider war ich zu einem ungünstigen Zeitpunkt am Ta Prohm, nämlich zeitgleich mit mehreren Reisegruppen. Reisegruppen sind übrigens die Pest. Im Vatikan genau so wie in den Tempeln von Angkor. Ich bin nicht nur Fan des Allein-Reisens, nein, ich mag auch andere Solo-Traveler. Die verursachen nämlich keine Staus, blockieren nicht coole Fotomotive und sind leise. All das kann man von Reisegruppen nicht behaupten. Die Gänge im Ta Prohm sind sehr eng und erst nach einer längeren Pause im Schatten hinter dem Tempel konnte ich in Ruhe und ohne Reisegruppengeschiebe nochmal durchgehen und den Tempel bewundern. Aber: auch das war nicht mein Lieblingstempel.

Angkor Wat Kambodscha

immer gut angezogen

Ich hab mir nach Ta Prohm noch zwei weitere Tempel an diesem Tag angeguckt: Thommanon und Chau Say Tevoda. In letzterem findet man übrigens auch Mauern überwuchernde Bäume. Beide Tempel waren recht einsam und ich konnte entspannt zwischen den alten Steinen herum turnen.

Danach war meine Aufnahmefähigkeit nur noch sehr eingeschränkt vorhanden, außerdem wurde es unerträglich heiß. Zeit für Siesta! Also bin ich zurückgeradelt und hab mich vor den Ventilator gepackt. Am nächsten Tag wollte ich dann nicht mit dem Rad fahren – das war zwar sehr nett, aber die Tempel die mir noch fehlten waren alle zu weit auseinander, als dass das zeitlich gut zu machen gewesen wäre. Deswegen hab ich im Hotel einen Tuk Tuk Fahrer für den nächsten Tag bestellt, der mich zu den Tempeln meiner Wahl gefahren hat. Dazu aber bald mehr. Spoiler: da kam dann auch mein Lieblingstempel.

 

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