Amsterdam VI

Ich musste nachzählen, Anfang April war ich zum sechsten Mal in Amsterdam. 2000, 2003, 2004, 2013, 2015, 2016. Und ich muss sagen, dass ich nach jedem Besuch ein bisschen verliebter in die Stadt bin. Und dieses Mal konnte ich kaum mehr unterscheiden – verliebt in die Begleitung, in die Stadt, in die Kombination. Wer hätte gedacht, dass ich mit fast Mitte 30 nochmal romantisch werde? Ich nicht.

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tulpenmeer in amsterdam

Im Frühling oder Sommer nach Amsterdam zu fahren ist eine sehr gute Idee, denn überall grünt und blüht es. Vor jedem süßen Häuschen steht ein blühendes Büschchen oder liebevoll bepflanzte Töpfchen (da sind sie wieder, die Amsterdam-Verniedlichungen!). Wenn ihr genau so ein Glück habt, wie wir, dann ist das Wetter super. Wenn ihr Pech habt, und das Wetter ist eher doof, dann gibt es in Amsterdam so viele tolle Museen, dass man sich kaum entscheiden kann. Ich war im Jahr 2000 mit dem Kunst Leistungskurs in Amerstam und hab deshalb  ziemlich viele davon abgeklappert. Das ist ganz schön lange her, aber ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie toll es im Anne Frank Haus war (am besten mehrere Monate im Voraus online die Tickets buchen. Ab 1.5. kommt man bis 15.30 nur mit Online Tickets ins Museum, die sind aber sowieso eine gute Idee, denn die Schlange ist sehr sehr sehr lang.), und wie begeistert ich von Rembrandts Nachtwache im Original im Rijksmuseum war. Im Van Gogh Museum hab ich Billy Corgan getroffen, der war gerade mit den Smashing Pumpkins auf Abschiedstour und ich riesiger Fan. Deswegen erinnere ich mich an die Kunstwerke im Van Gogh Museum wenig, nur mein Lieblingsgemälde von ihm ist mir noch gut im Kopf („Weizenfeld mit Raben“). Da ich mit moderner Kunst normalerweise mehr anfangen kann als mit den alten Schinken, gefiel mir vor allem das Stedelijk Museum.

grachtenblick

haha

Amsterdam ist sehr übersichtlich, wenn man einigermaßen gut zu Fuß ist, dann kommt man schnell überall hin. Durch den Grachtengürtel kann man sich recht schnell gut zurecht finden, vor allem, wenn man schon ein paar Mal da war geht das ziemlich gut. Man kann natürlich auch ein Fahrrad mieten oder mit Tram, Bus und U-Bahn fahren. Auch wenn Amsterdam eine ziemlich teure Stadt ist, Tickets für die Öffis sind recht günstig: ein 72h Ticket kostet 17 Euro. Vom Flughafen in die Stadt kommt man für rund 5 Euro.

frühling in amsterdam

Dieses Mal habe ich vor allem neue Viertel im Nordwesten kennengelernt. Vor allem alles rund um den Westerpark fand ich sehr spannend. Leider hatten wir zu wenig Zeit, den Park richtig zu erkunden, das steht aber fürs nächste Mal ganz weit oben auf der Liste. Mitten im Park steht eine alte Gasfabrik, heute ist das ein großer Kulturpark mit Gastronomie und Events. Wir waren im Westerpark frühstücken, im „De Bakkerswinkel“ – sehr süß eingerichtet, an der Wand viele Bilder und alte Schulwandkarten. Es gibt süßes Frühstück, Müsli, Kaffee, Kleinigkeiten, Scones, Kuchen… zum Lunch Quiches, Suppen und Sandwiches. Die Bedienung ist super freundlich, und nachdem sie herausgefunden hatte, dass wir Touristen sind und der holländischen Sprache nicht mächtig, wurde sie sogar noch freundlicher als vorher. Ein schöner Ort um den Tag in Amsterdam zu starten.

fruehstueck im westerpark

fliesenliebe

Vom Westerpark geht es zu Fuß durch die Straße Harlemmerdijk. Da gibt es tolle Läden, allen voran „Store without a home“. Da haben wir ziemlich viel Zeit vor der Wand mit den StoryTiles verbracht. Eine Unmöglichkeit, sich zu entscheiden. Die haben zum Glück auch einen Webshop, so dass ich nochmal nachbestellen konnte ;)

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noch ne runde schlummern

Wir schlenderten also ziemlich viel durch die Gegend. Eigentlich wollten wir auf die Westerkerk, für 7.50 EUR kann man den Turm besteigen, allerdings nur im Rahmen einer Führung in Kleingruppen, und die nächste mit freien Plätzen war zu lange hin. Der nette junge Mann gab uns den Tipp es doch bei der Oude Kerk zu versuchen, die könne man auch besteigen und dort wäre weniger los, weil die nicht direkt neben dem Anne Frank Haus liegt. Das stimmt, und wir waren die einzigen. Die Oude Kerk liegt mitten im berühmten Rotlichtviertel, in der Nähe des Bahnhofs. Der Kirchturm der Oude Kerk ist der älteste der Stadt und der Weg nach oben nur mit Guide erlaubt (wenn es sehr busy ist, dann macht sie 7 Touren am Tag. Gutes Workout!). Die Treppen sind alt und steil und teilweise mehr Leiter als Treppe, aber es sind nur rund 160 Stufen und man hat einen tollen Blick über die Stadt.

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Für die Catlover unter euch: es gibt in Amsterdam ein Katzencafé, allerdings – das wussten wir leider nicht – nur mit Reservierung. Leider war alles schon ausgebucht, auch für den nächsten Tag war kein Slot frei. Ersatzweise konnten wir aber im KattenKabinet (Katzenmuseum) die zwei zum Inventar gehörenden lebendigen Exemplare beschmusen, immerhin. Das Museum ist ganz witzig, aber die zwei echten Katzen waren tatsächlich das Highlight der Ausstellung.

im katten kabinet

Mein absolutes Highlight war allerdings die 1,5 stündige Tretboot-Tour durch die Grachten. Für 11 EUR pro Person und 20 EUR Kaution kann man wirklich herrlich ohne andere Touristen im Grachtenboot durch die Grachten schippern. Nicht unanstrengend, aber absolut traumhaft, die Perspektive vom Wasser aus. Es gibt drei Anleger für den Waterfiets-Verleih, hier mehr Infos. Wir waren an einem Sonntag bei herrlichem Sonnenschein um die Mittagszeit da und es gab noch ausreichend Waterfietse. Vielleicht auch hier: nicht gerade die Station am Anne Frank Haus auswählen, da dürfte grundsätzlich mehr los sein.

amsterdam grachtenfahrt mal anders

tretbootfahren in amsterdam

Amsterdam – ich komme wieder! Und ich bin mir fast sicher, dass das siebte Mal mindestens genau so schön wird.

 

 

 

 

1 Kommentar

  • Jessica sagt:

    Ich möchte mich jetzt gerne direkt ins Auto setzen und nach Amsterdam fahren… So schön! Das letzte mal ist eindeutig schon zu lange her… Danke für das Fernweh! :D

    Liebe Grüße, Jessica

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